Frühlingstour Süd/West Teil 2: Auf der Suche nach Netz Richtung Metz

Zons beherbergt uns länger als gedacht, bevor wir in Saarburg „ungeduscht“ in der Sonne chillen. Wir machen einen Abstecher nach Luxemburg, um günstig den Tank zu füllen und kehren dem Funkloch Südfrankreich den Rücken. Zwischen den beruhigenden Weinhängen der Pfalz besiegen wir die Tücken der Technik und tragen Wasser den Berg hinauf. Hier geht’s zum zweiten Teil unserer Frühlingstour Süd/West.



Der nächste Tag hält zunächst ein Präsent der üblen Sorte bereit, im wahrsten Sinne des Wortes! Brutale Unpässlichkeit und Monster-Migräne befällt das halbe Team und verhindert so eine Weiterfahrt. So schlagen wir einen weiteren Tag und eine anschließende Nacht Wurzeln in Zons. Die am Abend zuvor gekaperte Stromsäule spendet dem Bus Leben und bei frühlingshafter Luft verkauft der fussläufig gelegene örtliche Supermarkt lebensrettendes Wasser und frische Lebensmittel. An diesem Montag bleibt die arbeitende Bevölkerung der Ausflugsstätte weitgehend fern, so dass die über den Tag verteilt eintreffenden Dogwalker und andere Nutzer des Parkplatzes kaum ins Gewicht fallen. Der Genesungsprozess nimmt seinen Lauf und so vertrauen wir am Dienstagmorgen notgedrungen den Inhalt unserer randvollen „Köttelkiste“ der öffentlichen Toilette um die Ecke an, bevor wir Zons Adieu sagen und weiter gen Südwesten reisen.

In ca. 200 Kilometer Entfernung verlockt uns das Angebot einer warmen Dusche in Flusslage. Wir durchqueren einen Teil des Nationalparks Eifel, passieren Trier und  erreichen Saarburg, am Fluss Saar gelegen. Der Traum von organisierter Körperhygiene nimmt ein jähes Ende, als ein Aushang auf dem Stellplatz „Reisemobilpark Saarburg“ verkündet, dass in der Vorsaison nur eingeschränkter Service zur Verfügung steht – will heißen: Sowohl WC- als auch Duschhäuser sind abgeschlossen! Da will man sich endlich mal wieder gesellschaftlichen Gepflogenheiten hingeben und den „Reise-Lotter-Look“ in einer disziplinierten Reinigungsaktion ablegen und dann so was! Immerhin verlangt die Übernachtung durch das abgespeckte Angebot lediglich 6 Euro pro Nacht. Der Platz ist nur spärlich belegt, so dass wir durch unbelaubten vereinzelten Baumbestand direkten Blick auf den Fluss und die vorbeifahrenden Binnenschiffe haben.

Kostenfreies WLAN, verstärkt durch unsere WLAN-Verstärker-Antenne, in bester Empfangsqualität sowie gemütliches Chillen in unseren Campingstühlen, bereichert um eine Schmuseeinheit für Gemma versöhnt uns mit dem Dusch-Dilemma.

Bei einem schönen Dogwalk an der Saar, noch bevor wir auf die andere Flussseite zu einer Stadtbesichtigung wechseln, treibt uns bohrender Hunger schnell zurück in unsere Bordküche. Der Abend gehört unserem Blog und mündet in ungestörten ausgiebigen Nachtschlaf. Auch am Morgen sind wir weiterhin dem Gedanken an eine reinigende Dusche verfallen und bemühen daher ausnahmsweise unsere Borddusche. Wie erwartet fühlen wir uns im Anschluss wie neugeboren. In plötzlicher Aufbruchstimmung erwägen wir eine Weiterfahrt nach Frankreich. Wir besuchen nach dem obligatorischen Hundespaziergang an der sonnenbeschienen Saar inklusive Schwanen-Landeanflug noch flott die VE an der Ausfahrt, bevor wir vom Platz rollen.

Günstiges Tanken lockt uns zunächst nach Luxemburg.

Auf der Weiterfahrt Richtung Metz und auf der Suche nach Netz, bemühen wir uns auf dem nächstgelegenen Rastplatz, unsere neue SIM-Karte für das O2-Netz, die auch Datennutzung im Roaming zulässt, zu installieren und haben keinen Erfolg. Einen Funkloch-Urlaub können wir uns gerade nicht vorstellen und beschließen daher, den technischen Schwierigkeiten auf heimatlichem Boden zu begegnen. Somit werfen wir das Ruder wieder herum und nehmen Kurs auf die von uns so geliebte Pfalz, nach Rhodt unter Rietburg.

Ein Gefühl wie nach Hause kommen treibt uns sogleich bei herrlichem Sonnenschein in die Weinfelder, hinaus bis zur Villa Ludwigshöhe, wo wir auf einer Bank den Blick hinab ins weitläufige Tal genießen. Die Weinstöcke sind noch kaum aus ihrem Winterschlaf erwacht. Die Weinbauern sind überall unterwegs und knipsen altes Astwerk ab, um den kommenden neuen Trieben Kraft zu verleihen.

Der frühe Abend lässt uns der mobilen Technik beikommen so dass einem beruhigten Nachtschlummer nichts mehr im Wege steht. Doch bevor wir zufrieden auf die Kissen sinken, stillen wir den abendlichen Hunger im Alten Kastanienhof bei Tafelspitz und Lammlende.

Der nächste sonnige Morgen verführt uns zu einer kleinen Wanderung in den Nachbarort Edenkoben, um auf Schuster’s Rappen Trinkwasser den Berg wieder hinauf zu schleppen.

Nach 8 Kilometern sind die erstandenen Wasservorräte allerdings zum Teil bereits wieder aufgebraucht und schwinden beim Ausruhen in den Campingstühlen weiter.

Bevor wir uns selbst mit gebratenem Lachs an Fenchel-Zuchini-Gemüse in Kokosmilch mit Parmesan und Pinienkernen verwöhnen, schlendern wir in der sinkenden Abendsonne auf ein kleines Eis durch die Theresienstrasse und schauen auf die kleinen Veränderungen der uns mittlerweile gut bekannten, malerischen Häuser. Lange analysieren wir an diesem Abend mit Blick auf die beleuchtete Villa Ludwigshöhe die Wetterlage und diskutieren, ob eine Weiterfahrt nach Südfrankreich lohnt oder ein Zuviel an vergeudeter Zeit hinterm Steuer bedeutet. Die herannahende Schlechtwetterfront ist riesig und lässt auch den Süden Frankreichs nicht unangetastet. Und bis dahin sind eine Menge Regen und Sturm zu durchfahren. Bevor wir uns entscheiden schlafen wir eine Nacht drüber.

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