UMIWOs Stellplatzcheck: Heide in Schleswig Holstein

Auf dem Heimweg Richtung Hannover nutzen wir heute den Wohnmobilstellplatz Heide in der Region Dithmarschen (Schleswig-Holstein) als Transferplatz. Er wurde 2010 von den Lesern der Zeitschrift promobil auf Platz 2 der beliebtesten Stellplätze in der Kategorie A (für bis zu 30 Reisemobile) gewählt. Kann er noch überzeugen?


Aus Westen kommend fährt man am Ortskern vorbei und überquert die mit Blumenkästen angehübschte Stadtbrücke.

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Gut ausgeschilderte wird man zum Stellplatz, etwa 1 km Luftlinie vom Zentrum entfernt, in die ruhige Nachbarschaft zur Dithmarscher Wasserwelt geleitet.

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Durch einen Erdwall abgegrenzt sind die Stellplatzflächen, ca. 100 Meter entfernt von einer nachts nur wenig befahrenen Nebenstraße, im Kreis angeordnet.

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16 großzügige Parzellen, jeweils von kleinen Rasenstücken links und rechts eingefasst, reigen sich um eine grüne Insel mit niedrigen Bäumen in der Mitte. Deren dicht belaubte Kronen rauschen sanft im Wind und können in sengender Mittagssonne gut ein Schattenfleckchen für den wandernden Campingstuhl bereitstellen. Weitere Ausweichflächen für ca. 10 Mobile sind in einem kleinen, nebenliegenden Parkplatzarreal auf Schotter und Rasengittersteinen vorgesehen, lassen hier aber die heimelig, naturnahe Atmosphäre vermissen. Diesem Umstand geschuldet zahlt der müde Camper hier auch 2 EUR weniger für die Übernachtung.

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Jeder Platz im Rondell verfügt über einen eigenen Stromanschluss, der bei Nutzung zusätzlich zur Stellplatzgebühr zu bezahlen ist.

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Die Stellplatzgebühren werden an einem wettergeschützten Automaten per Münze oder Schein entrichtet und beträgt im September 2016 7 EUR. Der Pavillon hält ebenso einige Infoflyer und einen Stadtplan bereit. Neben mehreren Mülleimern im Rondell stehen auch zwei üppige Müllcontainer zur Aufnahme des anfallenden Reisemülls zur Verfügung.

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Bedauerlicherweise verfügt die kostenpflichtige V/E Station leider über keinen Bodeneinlass.

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Die Grauwassersentsorgung kann daher nur über einen eigenen Schlauch erfolgen.

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Direkt neben dem Stellplatz befindet sich der Stadtpark, der nur für den kleinen Gassigang in der früh und am Abend ausgelegt ist.

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In 15 Minuten ist man einmal durchspaziert, kann den Besuch aber im Sommerhalbjahr durch eine Partie Minigolf verlängern.

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Wer schon immer Scheu vor einer anstrengenden Expedition zum Süd- oder Nordpol hatte, kann sich in Heide ohne großen Aufwand zum „Ostpool“ begeben. Hierher führt uns der obligatorische Stadtbummel, zum Wahrzeichen Heide’s, dem Wasserturm.

Entstehung des Wasserturmes
Typhusepidemie in Heide führt zur zentralen Wasserversorgung

In Heide gab in den Anfängen des zwanzigsten Jahrunderts in den Sommermonaten stets dasselbe Problem: die Wasserversorgung. Das unsaubere Trinkwasser,das mit Pumpen und Brunnen aus Oberflächengewässern gewonnen wurde, war verunreinigt und verursachte Typhus-Epidemien.

Auch eine Kanalisation sowie Wasser zur effektiveren Bekämpfung von Bränden wurde dringend benötigt. Im November 1902 meldet der „Heider Anzeiger“ den Baubeginn für ein neues Wasserwerk zur Förderung von Wasser aus 60 Metern Tiefe in Süderholm. Gleichzeitig entstand 1903 der Wasserturm an der Österweide als Verteilstation des Wassers.

Mit 45,71 Metern wird der repräsentative Turm bis weit in dieses Jahrhundert hinein zum Wahrzeichen der Stadt und tat noch bis 1989 seinen Dienst. Im Turmzimmer kann man sich heute trauen lassen und bis zu 25 Personen den Freudentag feiern.

 

Südwestlich vom Wasserturm liegt Heides Marktplatz,wo es sich zur Stadtbesichtigung 50 Cent die Stunde bequem parken lässt.

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Der 4,7 ha große und unbebaute Platz soll der größte Marktplatz Deutschlands sein. Jeden Sonnabend findet hier seit dem 15. Jahrhundert ein traditioneller Wochenmarkt statt und seit 1990 alle zwei Jahre der „Heider Marktfrieden“, ein Mittelaltermarkt.

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In der Mitte des Platzes, wo sich die Diagonalen kreuzen, wird der imposanter Kandelaber gerade in die elektrische Neuzeit geführt und mit LED-Leuchten ausgestattet.

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Auf dem Süd-West-Eck des Marktplatzes verlockt die sonnenbeschienene Kirche St. Jürgen von 1560 zu einem Foto.

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Die Fußgängerzone ist noch geschmückt von den kürzlich stattgefundenen „Dithmarscher Kohltagen“.

Der „Himmelreichstraße“ genau gegenüber liegt die „Hölle“, als Ausgleich 🙂 Angeblich befand damals ein Maurer beim Hausbau, dass es neben dem Himmel doch auch eine Hölle geben müsse und kennzeichnete zwei von ihm errichtete Häuser mit dem Schild „Hölle“.

Auf einer Bank die Mittagspause verbringen oder schlendern umrunden kann man auch den Teich beim Bürgerfitnesspark. Hier allerdings bringt sich das Stadtleben durch Verkehrslärm der ihn umfahrenden Autos stets in Erinnerung.


Unser Testurteil

Wir finden Heide ist einen Besuch Wert und der Stellplatz ist gut angelegt. An weiteren Sehenswürdigkeiten bietet die Kreisstadt zum Beispiel noch das alte Pastorat, das Brahmshaus, das Heider Heimatmuseum oder das Klaus-Groth-Museum, einer der bedeutendsten niederdeutschen Lyriker. Vielleicht kommen wir ja mal wieder zu einem Weihnachtsmarktbesuch oder zum Mittelaltermarkt vorbei.

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