tested by UMIWO: Neuer Wohnmobilstellplatz Nordkirchen

Ein Weltenbummler mit Reisefieber eröffnet einen eigenen Wohnmobilstellplatz – wie passt das zusammen? Wir haben uns auf den Weg ins schöne Nordkirchen gemacht, um den Reisebuchautor und Wohnmobilfan Michael Moll zu besuchen. Dabei nehmen wir seinen neuen Stellplatz  unter die Lupe und verbringen dort eine Nacht. Im Check, „tested by UMIWO“ erfahrt ihr, ob sich die Reise nach Nordkirchen und zum neuen Stellplatz lohnt.


Tourübersicht: Lenthe – Großenwieden – Nordkirchen – Lenthe


An einem Freitag starten wir von Hannover aus in Richtung Westen. Ziel ist die nordrhein-westfälische Region Coesfeld mit dem kleinen Ort Nordkirchen. Hier wurde kürzlich ein neuer Wohnmobilstellplatz errichtet. Der Betreiber ist für uns kein Unbekannter. Michael Moll Reisebuchautor, Fotograf, Weltenbummler und Wanderführer, betreibt schon seit 2000 einen eigenen Reiseblog. Lange bevor wir unseren Reiseblog in 2010 gestartet haben, holten wir uns schon durch seine Reiseberichte Inspirationen. Der lose gehaltene Kontakt via Mail soll nun endlich in einem persönlichen Treffen münden.  Dieses nutzen wir natürlich gleich zu einem Check seines Stellplatzes.

Der staureiche Freitag Nachmittag macht uns die Strecke von knapp 200 Kilometer wenig schmackhaft, so dass wir bereits nach relativ kurzer Etappe für die Nacht auf dem kostenlosen Stellplatz in Großenwieden an der Weserfähre, einem unserer Top 10 Stellplätze rund um Hannover, einkehren.

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Ausgeschlafen fahren wir am Samstag über die A2 durch Ferienverkehr und Stau, nach Nordkirchen. Als einziger Kastenwagen suchen wir uns auf dem Stellplatz eine der kürzeren Parzellen, mit Blick auf üppige Weißwaren aus. Nach einem Erkundungsgang in den Stadtkern erschlendern wir den Schloßpark  des „westfälischen Versailles“, laufen Slalom zwischen glücklichen Brautpaaren und entrinnen nur knapp der Teilnahme an einem Halbmarathon. Am frühen Abend treffen wir Michael Moll und interviewen den sympathischen Weltenbummler zu seinem spannenden Abenteuer „Bau eines Wohnmobilstellplatzes“.


Wie alles begann…

Bereits vor einigen Jahren hatte Michael Moll die Idee, einen eigenen Stellplatz zu betreiben. Schließlich hat er auf seinen vielen Reisen mit dem Wohnmobil schon auf unzähligen Stellplätzen übernachtet und hat eine genaue Vorstellung davon, was nötig ist und was es braucht, um sich dort wohlzufühlen. Und warum nicht in eine „Immobilie“ für „Mobile“ investieren? 🙂 Aber die Suche nach einem geeigneten Ort gestaltete sich schwierig und so zog die Zeit dahin. Durch das Sichten von Fotos aus Nordkirchen spontan animiert, verlief seine Anfrage per Email bei der Verwaltung von Nordkirchen im Januar 2015 positiv und man kam recht schnell zu einer Übereinkunft. Das Areal, zwei aufgegebene Tennisplätze des örtlichen Tennisvereins am Rande des Ortes in grüner Umgebung, jedoch fußläufig zum Ortskern, schien von Anfang an ideal. So stimmte der Gemeindeausschuss im April 2015 dem Vorhaben zu und im Oktober des gleichen Jahres konnte der Bauantrag gestellt werden. Dieser wurde zwei Monate später abgenickt. Nachdem Vorstand und Mitglieder des Tennisvereins schließlich mit guten Argumenten überzeugt werden konnten, bestätigten diese die Änderung des Pachtvertrags im Februar 2016. Der ausgearbeitete Businessplan führte die notwendige Finanzierung des Unternehmens zum Erfolg. So konnten im Mai die Bauarbeiten beginnen. Diese waren im Juli 2016 nahezu abgeschlossen, so dass der Platz am 16.07.2016 endlich offiziell eröffnen konnte.

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Der Stellplatz

Der Stellplatz liegt am Rande des Ortes Nordkirchen neben der Zufahrt zum Tennisverein Rot Weiß Nordkirchen umgeben von Büschen und Bäumen.

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Durch einen kleinen bewachsenen Erdwall wird der Platz zur angrenzenden Straße abgeschirmt.

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Die Zufahrt ist auch für Wohnmobile über 8 Meter und einem Gewicht von mindestens 5 Tonnen möglich. Selbst ein „Schweizer Elefant“ von 10 Tonnen hat die Tragfähigkeit des Platzes bisher nicht an seine Grenzen gebracht 🙂 (zu sehen im Video von womoclick)

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Der Platz verfügt über 23 geschotterte und beleuchtete Stellplätze, 18 Plätze davon für Fahrzeuge bis 10 Meter.

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Jeder Platz hat einen eigenen Stromanschluss (CEE, 16 Ampere, 1 kWh für 0,55 €) sowie ein Schotterrasenareal. Hier muss sich die Natur noch ein wenig ins Zeug legen, da die Grassamen erst vor kurzem das Licht der Sonne erblickt  haben.

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Neben der direkt an der Zufahrt gelegenen Ver- und Entsorgungsanlage (Marke EVA) befindet sich auch ein komfortabler Bodeneinlass.

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Die Entsorgung von Grauwasser und Campingtoilette ist in der Stellplatzgebühr enthalten.

Frischwasser kostet 1 € für 100 Liter. Es können auch geringere Mengen zum anteiligen Preis gezapft werden.

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Der Müll wird vorbildlich getrennt gesammelt und eine Altglaskiste wird in Kürze bereitgestellt. Es finden sich jedoch in wenigen Metern Entfernung vor der Schule Glascontainer. Mit Ziel Stadtkern oder Wasserschloss kommt man unweigerlich an ihnen vorbei und kann so das Glas zum Recyceln geben.

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Die Rezeption befindet sich im hinteren Raum des Fasshauses und ist nur bei Anwesenheit des Stellplatzbetreibers geöffnet. Hier werden neben einige Souvenirs auch die Reisebücher des Autors angeboten. Der vordere Raum des Fasshauses ist 24 Stunden zugänglich. Dort wird die Stellplatzgebühr in Höhe von derzeit 10 € per Briefumschlag entrichtet. Angebote zu regionalen touristischen Angeboten liegen für Interessierte aus.

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Der Platz wird videoüberwacht. Freies WLAN ist in der Übernachtungsgebühr ebenfalls enthalten (das Kennwort liegt im Fasshaus aus). Der Empfang im Wohnmobil ist jedoch je nach Entfernung zum Fasshaus etwas schwach. Ein Verstärker soll in Kürze installiert werden.

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Hunde sind angeleint auf dem Platz gern gesehen und erhalten demnächst einen Hundekotbeutel-Spender.

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An jeder Parzelle befindet sich ein Fotoschild mit Beschreibung eines vom Stellplatzbetreibers besuchten Reiseziels. Eine schöne Idee, die beim Spazieren über den Platz die Reiselust weckt und zu Fuß auf unterhaltsame Weise eine Weltreise ermöglicht. Wir haben in Polen gestanden. 🙂

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Umgebung und Aktivitäten

Neben dem Stellplatz befinden sich zwei Boulebahnen des Tennisvereins, die von den Stellplatzbesuchern ebenfalls genutzt werden können. Die Gaststätte in Sichtweite beim Tennisverein „Bei Katja“ läd täglich ab 16 Uhr (So ab 10 Uhr) zu gutbürgerlicher Küche, auch auf der großen Sonnenterrasse ein.

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Spazier- und Gassigänge in direkter grüner Umgebung und vor allem zum nahe gelegenen Wasserschloss sind eine erholsame Angelegenheit.

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Der Weg zum Schlosspark beginnt zwischen der angrenzenden Gesamtschule und dem Bürgerhaus. Da hier zurzeit gebaut wird, muss man links am Bauzaun entlanggehen .

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Dort trifft man dann auf eine von mehreren wunderschönen Alleen zum Schlosspark.

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Das riesige Schloss Nordkirchen ist bereits in der Ferne auszumachen.

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Der schöne Schlosspark mit überwiegend altem Baumbestand umschließt die Anlage.

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Da es das größte Wasserschloss Nordrhein-Westfalens ist, wird es auch als „westfälisches Versailles“ bezeichnet.

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Viele Hochzeitsgesellschaften nutzen heute hier die Möglichkeit, sich standesamtlich im „Hochzeitstürmchen“ (siehe unten) trauen zu lassen. Dies kann man hier sogar rund um die Uhr an jedem Tag im Jahr (zusätzliche Kosten ca. 230 €).

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Auch Michael Moll hat in Nordkirchen nicht nur finanziell investiert, sondern vor kurzem in sein privates Glück 🙂

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Wir flanieren im Barockgarten, der „Venusinsel“.

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Und genießen die verschiedenen Ansichten zwischen Wassergräben und zentimetergenau gestutzten Buchsbäumen.

Schloss Nordkirchen
Das Schloss liegt inmitten eines großen Wald- und Parkgeländes an der Straße von Nord- nach Südkirchen. Das Schloss selbst steht auf einer rechteckigen, 130 × 145 Meter messenden Insel und ist von einer breiten, durch einen natürlichen Quellhorizont gespeisten Gräfte umgeben. Diese wird von einem begehbaren Damm begrenzt, um den ein weiterer Graben verläuft. Das Schloss ist somit von zwei Wassergräben umringt. Die Ecken der Insel werden, wie in Ahaus, durch vier kleine, achteckige Pavillons betont, deren Bekrönung aus Schmiedewerk besteht. Einer von ihnen wird als Dependance des Nordkirchener Standesamtes für Hochzeiten genutzt. Schloss und Park wurden von der UNESCO als „Gesamtkunstwerk von internationalem Rang“ für schutzwürdig erklärt. Die Gebäude beherbergen noch heute die Fachhochschule für Finanzen Nordrhein-Westfalen mit rund 1000 Studierenden. Im Gewölbekeller ist ein Restaurant untergebracht. Einige Bereiche des Schlosses sind für Besucher freigegeben und können im Rahmen von Führungen besichtigt werden. (in Auszügen aus Wikipedia)

Neben dem Schlosspark kann man hier auch das Naturschutzgebiet Hirschpark erwandern. Im ca. 500 Meter entfernten Ortskern gibt es einige Restaurants, zwei Supermärkte und weitere kleine Geschäfte. Uns hat es im Eiscafé Pallina (Schlossstraße 24) sehr gut geschmeckt.


Unser Testergebnis

Nordkirchen mit dem schönen Schloss und dem Schlosspark sind unbedingt eine Reise wert. Abgerundet wird dies durch den schön angelegten Wohnmobilstellplatz von Michael Moll. Er ist ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren in die Umgebung. In Kürze wird der Weltenbummler auch Vorträge über seine Reisen auf dem Stellplatz oder in der Nähe anbieten. Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt und können den Wohnmobilstellplatz absolut empfehlen.


Alle gezeigten Fotos und noch einige mehr können in höherer Auflösung in der Diashow angezeigt werden.

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO.Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

4 Replies to “tested by UMIWO: Neuer Wohnmobilstellplatz Nordkirchen”

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  3. Outdoorfriend

    Hallo Volker,

    sehr schöne, authentische Beschreibung und Bebilderung.

    Ich komme aus einem Nachbarort und kann alle Angaben von dir/euch nur voll unterstreichen.

    Weiterhin viele interessante und unfallfreie Ausfahrten mit eurem Kastenwagen.

    Gruß Reiner

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