Abschied von der K-Woche & Hunde-Aktivitäten im Landesberger Forst
Es ist Karfreitag und wir ziehen endlich los Richtung Dänemark! Leider sind die Wetteraussichten alles andere als rosig – egal welche Region wir auf dem Schirm haben, wir müssen wohl dauerhaft mit Regenschauern rechnen. Doch das drückt unsere Stimmung keineswegs: Wir freuen uns riesig auf die kommenden freien Tage. In der turbulenten Karwoche mussten wir noch eine Menge im Bus arbeiten, weshalb eine kleine Auszeit jetzt genau das Richtige ist.

Impressionen aus dem Landesberger Forst
Bevor wir allerdings endgültig die Autobahn ansteuern, absolvieren wir noch eine wunderschöne letzte Wanderung im liebgewonnenen Landesberger Forst. Diesen Wald können wir wirklich allen Naturliebhabern und Hundehaltern nur wärmstens ans Herz legen! Auch heute gibt es wieder einiges zu bestaunen: Neben riesigen Abholzgeräten und haufenweise gestapelten Baumstämmen vergnügt sich unser Ernie endlich einmal wieder mit einem gleichgroßen, aber noch frecheren Rüden. Es war einfach herrlich mit anzusehen, wie die beiden kleinen Flitzer ausgelassen über den Platz tollten.
Erster Stopp-Versuch: Harrislee & die geschlossene Curry Box
Nach dieser wohltuenden Bewegungseinheit und einer kurzen Kaffeepause starten wir voll motiviert durch. Einen kulinarischen Zwischenstopp hatten wir fest eingeplant: Wir wollten keinesfalls an der bekannten »The Curry Box« in Harrislee vorbeifahren, ohne uns eine der leckeren Boxen zu gönnen.

Doch die Enttäuschung folgt auf dem Fuß: Aufgrund des Karfreitags hat der Imbiss leider geschlossen! So rollen wir schweren Herzens – und vor allem hungrig – über die Grenze und machen erst einmal etwas Strecke auf der dänischen Autobahn.
Willkommen im dänischen »Klein-Norwegen«: Auf dem Weg zum Julsø
Viel gibt es zur eigentlichen Autobahnfahrt nicht zu berichten, aber die Zufahrt zu unserem nächsten Übernachtungsplatz deutete schon an, dass sich Dänemark stellenweise fast wie »Klein-Norwegen« präsentieren kann: Es wird immer hügeliger und wir schlängeln uns an vielen kleinen und größeren Gewässern entlang.

Malerische Zufahrt in der hügeligen Seenlandschaft Dänemarks
Unser heutiges Ziel ist der Campingplatz am Julsø. Dieser See gehört zu den drei berühmten Himmelbjerg-Seen bei Silkeborg (zu denen auch der Borre Sø und der
Brassø zählen). Der Julsø ist der größte von ihnen und liegt wunderbar
eingebettet in eine Hanglage direkt über dem Gewässer. Schon allein die Anfahrt
zum Platz ist für dänische Verhältnisse erstaunlich steil!
Der »Terrassen Camping« liegt oberhalb des Ortsteils Laven, der sich harmonisch
zwischen den Orten Ry und Silkeborg erstreckt. Sogar eine regionale Eisenbahn fährt hier regelmäßig unten am idyllischen Seeufer vorbei.

444 Kronen für eine Nacht: Der Schock an der Rezeption
Als wir im Check-in-Bereich halten, haben wir ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung, welche Tarife hier aufgerufen werden. Lediglich die Angabe »Super Seeblick« aus unserer Stellplatz-App hat uns spontan hierher gelockt.
Ich gehe also zur Anmeldung, unterhalte mich auf Englisch mit der netten Dame, mache alle Angaben und bitte höflich um einen Stellplatz mit schönem Seeblick. Die Zahlung per Kreditkarte ist ruckzuck erledigt. Keine fünf Minuten später stehe ich wieder bei Claudia am Bus und frage ganz unbedarft: »Sag mal, wie viel Euro sind eigentlich 444 DKK?« Sie reißt die Augen weit auf, befragt kurz ihr Smartphone und antwortet entsetzt: »59,61 €!« Bähm…!

Und so hatten wir es schwarz auf weiß, dass wir den bisher für uns teuersten Campingplatz für eine Nacht gebucht haben. Dies soll nun nicht bedeuten, als dass wir geizig wären. Aber als überzeugte Freisteher (da wo es „noch“ erlaubt ist) kennen wir uns gerade mit der Tarifstruktur von Campingplätzen so gar nicht aus. Zumal auch hier sicherlich der übliche Inflationsaufschlag so einiges dazu beigetragen hat. Doch zu mindestens errechnet sich dieser Betrag sogar aus einem Nachlass von 100 DKK. Das ist doch was! 🤣 Auf jeden Fall sind aber damit alle zusätzlichen Kosten abgedeckt. Wir hängen uns also an den Strom, haben diese schöne Aussicht (auch wenn das Wetter am heutige späten Nachmittag nicht so recht mitspielen will) und unternehmen den obligatorischen Rundgang über den Platz.

Also der Seeblick ist ja schon mal wirklich nicht schlecht, auch wenn die Wohnwagen mit ihren tristen Vorzelten für uns etwas das Ambiente stören. Selbst Ernie findet es gruselig, wenn sich die Menschen als Schattenfiguren in ihren Vorzelten bewegen. Immerhin sind die verschiedenen Ausblicke auf den See zu allen Tageszeiten immer wieder schön.

Wir wandern am Abend noch bis hinunter an den See und stellen uns vor, wie schön es hier am Steg im Sommer sein muss.

Am nächsten Morgen machen wir uns bei immerhin trockenem Wetter vom Acker und besuchen im sogenannten dänischen „Lake District“ noch den Brassø See.
