Workation im Odenwald – Teil 1: Vorbereitungen, Umwege und herbstliches Treiben

Gute Vorbereitung ist alles

Oktoberzeit ist Workation-Zeit! Bevor es am Samstag nach der üblichen Packerei endlich losging, standen erst noch zwei praktische Schritte an: Zuerst wusch ich den Globebus in unserer guten SB-Waschanlage in Gehrden, so dass er wieder in der Sonne glänzte.  Ich habe dann den Wassertank des Wohnmobils gründlich gereinigt. Dafür fuhr ich extra noch einmal unseren gewohnten Stellplatz in Rodenberg an, der uns als perfektes Basecamp dient, um dort entspannt die Ver- und Entsorgung zu erledigen.

Danach konnte die Tour aber wirklich starten! Wegen eines größeren Unfalls auf der A7 bei Hildesheim schickte uns das Navi kurzerhand über die Bundesstraße 3. Im Nachhinein ein echter Glücksfall, denn so genossen wir eine wunderschöne Fahrt durch das Leinebergland, inklusive einer kleinen Rast an der B3 mit fantastischem Blick hinab ins Leinetal.

Später, als wir wieder auf der A7 unterwegs waren, boten sich in Höhe Hann. Münden – besonders im warmen Licht der untergehenden Sonne – traumhafte Aussichten ins Tal.

Dieser Abschnitt gehört mit Steigungen und Gefällen von bis zu acht Prozent zu den steilsten und anspruchsvollsten Autobahnabschnitten in ganz Deutschland.

Ernie hatte auf der Fahrt wie so oft seinen Stammplatz auf dem Beifahrersitz (bzw. auf dem Schoß), schaute neugierig in die Abendsonne und genoss die Fahrt offensichtlich genauso sehr wie wir.

Umgeleitet in Homberg (Ohm): Das Apfelfest ruft

Unser erstes festes Etappenziel sollte eigentlich wieder der bekannte Wohnmobilstellplatz in Homberg (Ohm) werden, den wir schon von einer früheren Workation in bester Erinnerung hatten. Doch schon bei der Einfahrt in den Ort wunderten wir uns über zahlreiche Umleitungs- und Durchfahrtsverbotsschilder. Der Grund war schnell klar: In Homberg stand das traditionelle Stadtfest – das  „Apfelfest & flüssig“ – vor der Tür, das bereits an diesem Samstag mit zahlreichen Kirmesbuden und buntem Treiben startete. An ein Herankommen an den regulären Stellplatz war also nicht zu denken.

Im Mai 2026 konnten wir hier 3 Nächte kostenlos stehen und arbeiten

Kurzerhand planten wir um und steuerten den großen Wanderparkplatz an der alten, schon länger nicht mehr genutzten Speedway-Bahn unten im Tal der Ohm an. Hier startet unter anderem auch die offizielle Schächerbachtour – und tatsächlich verabschiedeten sich gerade noch ein paar gut gelaunte Wandergruppen mit lautem „Juchhe“ ins Wochenende. Wir stellten uns gemütlich an den Rand, drehten noch eine spätere Runde mit Ernie und verbrachten hier eine sehr ruhige, wenn auch schon spürbar kalte Oktobernacht.

Wie in den guten alten Zeiten: Freistehen

Weiter in den Süden: Über die A45 in den Odenwald

Am Sonntagmorgen ging es dann bei sehr entspannter Fahrt weiter Richtung Süden über die Autobahn östlich an Frankfurt am Main vorbei. Unser Weg führte uns schließlich direkt in den herbstlichen Odenwald.

Bevor wir unser Ziel im Mossautal ansteuerten, machten wir noch einen kurzen Stopp für einen Erkundungs-Halt in Bad König. Der dortige Wohnmobilstellplatz bietet Übernachtungsmöglichkeiten, schlägt preislich mit 9 € Gebühren und Kurtaxe von 3,5 € p. P. zu Buche und liegt direkt am Rande des Parkplatzbereichs.

Entspannte Arbeitstage im Mossautal: Dachsberg, Pferdeherden & E-Bike-Test

Schließlich landeten wir auf dem Wohnmobilstellplatz am Dachsberg. Das Gelände ist wirklich nett angelegt und liegt schön eingebettet im Mossautal mit einer tollen Aussicht über die Landschaft. Der Platz ist geschottert und bietet alle Annehmlichkeiten wie WLAN, Strom sowie eine komplette Ver- und Entsorgungsstation (Kosten bei unserem Besuch: 15,00 € pro Nacht zzgl. Strom, Wasser, Dusche). Ein kleiner Hinweis: Das Gelände ist ziemlich schräg, daher sind Auffahrkeile hier definitiv Pflicht!

Die Lage direkt am Dachsberg ist ideal für kleine Auszeiten zwischendurch: In unseren Arbeitspausen nutzten wir die Wanderwege direkt ab Stellplatz.

Besonders beeindruckend war eine riesige Pferdeherde, die während unseres Aufenthalts auf den weitläufigen Weiden stand.

Ein persönliches Highlight gab es für mich bei der Bewegung an der frischen Luft: Ich nutzte die Gelegenheit und testete Claudias Deruiz SUV-E-Bike auf den anspruchsvollen Wegen der Umgebung. Kurzerhand montierte ich meine eigene Sattelstütze inklusive Sattel und begab mich auf eine schöne, bergige und recht schottrige Tour durch die Nebentäler.

Das Bike schlug sich hervorragend und machte richtig Spaß – so sehr, dass ich nun ernsthaft darüber nachdenke, mir für unbefestigte Wege und Offroad-Passagen ein passenderes Fahrrad zuzulegen.

Weiterreise über Grasellenbach nach Reichelsheim

Unsere zwei Arbeitstage im Mossautal verliefen gewohnt produktiv und routiniert. Am zweiten Arbeitstag stand allerdings mittags ein Stellplatzwechsel an: Die reguläre Abreisezeit galt nur bis maximal 14:00 Uhr – für eine Verlängerung von lediglich drei weiteren Stunden wäre ein Aufschlag von 5,00 € angefallen, was wir nicht ganz verhältnismäßig fanden.

Kurzerhand packten wir in der Mittagspause zusammen und wichen für den Nachmittag in den Nachbarort Grasellenbach (Gras-Ellingen) aus. Dort nutzten wir einen kostenlosen Stellplatz für die verbleibenden Stunden, um unsere Arbeit ganz entspannt zu Ende zu bringen.

Am späten Nachmittag zogen wir schließlich weiter nach Reichelsheim.

Unterhalb des imposanten Schlosses Reichenberg befindet sich ein recht großer, gebührenfreier Stellplatz für mindestens 20 Wohnmobile.

Allerdings ist der Platz insgesamt recht unruhig – tagsüber sorgen Altglascontainer in der Ecke und umherkurvende PKWs für Trubel, und morgens macht sich der nahegelegene Schulverkehr bemerkbar.

Zu allem Überfluss hatten wir in der Nacht auch noch etwas Pech: Die Besatzung eines Wohnmobils, das am Abend direkt hinter uns geparkt hatte, entschied sich mitten in der Nacht um 1:00 Uhr morgens dazu, direkt neben uns zu parken, um dann noch minutenlang ihre Hubstützen auszurichten. Jemand stieg dann noch aus und hustete mindestens eine viertel Stunde herum. That’s Vanlife!

Wir unternahmen nach der Ankunft noch eine zwar durchaus anstrengende, aber wunderschöne Wanderung hinauf zum gut 300 Meter hoch gelegenen Schloss Reichenberg. Der Aufstieg belohnte uns mit einem fantastischen Panoramablick über ganz Reichelsheim. Für den Rückweg wählten wir den entspannten Abstieg über die asphaltierte Straße.

Unten angekommen, schlendert ich noch kurz durch den kleinen, aber sehr feinen historischen Ortskern von Reichelsheim – mit einer ganz bestimmten Mission: der Suche nach einem geöffneten Döner-Imbiss!

Ich wurde tatsächlich fündig, was perfekt passte: So sparten wir uns nach dem Umzug und der Wanderung das Kochen, teilten uns eine leckere Portion und läuteten direkt den gemütlichen Teil des Abends ein.

Bei einem guten Glas Wein holten wir wie gewohnt unser Uno-Kartenspiel hervor. Claudia bewies wieder einmal das glücklichere Händchen und schlug mich am Ende knapp. Nach mittlerweile drei Spieltagen steht es im Gesamtstand nun 2:1 für Claudia – aber die Revanche lässt sicher nicht lange auf sich warten!

Fazit & Ausblick

Die ersten Tage unserer Herbst-Workation im Odenwald haben wieder einmal gezeigt, wie schön sich mobiles Arbeiten, herbstliche Natur und spontane Planänderungen miteinander verbinden lassen. Ob entspannte Wanderungen an der frischen Luft, knackige E-Bike-Touren oder gemütliche Uno-Abende im Wohnmobil – wir sind definitiv im Workation-Modus angekommen.

​Im zweiten Teil unseres Odenwald-Berichts erfahrt ihr, wohin uns der Weg nach Reichelsheim geführt hat, welche Entdeckungen wir an den nächsten Arbeits- und Stellplätzen gemacht haben und ob mir beim Uno endlich der Ausgleich gelungen ist!

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