„Ich seh sie einfach nicht“ – Von Winkerkrabben und Bremser

Beim Camping gibt es, wie im richtigen Leben auch, Marotten und Klischees. Jede Menge davon sogar. Und einige sind gar nicht camping-typisch sondern übertragen sich automatisch aus dem ganz normalen Alltag ins wohnmobile Leben.

Das fängt bei der Aufgabenteilung an und setzt sich bei den “allgemein anerkannten” Rollen-Klischees, was angeblich typisch männlich oder weiblich ist, fort. In einschlägiger Lektüre wie etwa “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken” wurden bereits Ende der 90er Jahre wissenschaftliche Erklärungsansätze geliefert.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

So ist auch in Wohnmobilen weit verbreitet, dass “er” häufig hinterm Steuer sitzt, den Müll und den Toiletteninhalt wegbringt, die Fahrräder ver- und entlädt, den Grill betreut, während er ein Bierchen trinkt und in die Gegend schaut.

“Sie” steht in der Küche, schwingt den Putzlappen, dekoriert den Camper, telefoniert, liest ein Buch beim Sonnenbaden und schickt ihn mit dem Hund Gassigehen.

(Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ist nicht unbedingt ernst zu nehmen und Ausnahmen bestätigen selbstverständlich die Regel…

Zwinkerndes Smiley

)

Es gibt jedoch eine ganz besondere Szenerie, die nur beim Camping anzutreffen ist, jedenfalls haben wir sie noch nie in einem anderen Zusammenhang erlebt. Dabei ist es unerheblich, ob mit einem Wohnmobil oder einem Caravan-Gespann. Auch im Zeitalter der weit verbreiteten Rückfahrkameras ist sie noch nicht gänzlich ausgestorben.

Vor einigen Jahren wurden wir auf dem Hof eines in unserer Heimatregion ansässigen Campinghändlers Zeuge folgender Szene:

Der Ehemann saß am Steuer des Zugfahrzeugs und wollte den angehängten Caravan mit Hilfe seiner Ehefrau vom Hof rangieren. Dazu musste er teilweise rückwärts fahren und in einem Halbkreis dann hinausfahren. Seine Frau schickte er ans Heck, um die Abstände im Auge zu behalten und ihm Anweisungen zu geben, wenn er stoppen müsste. Sie stand brav am Ende des Hecks, winkte, stand im toten Winkel, winkte, rief laut “stopp”, schrie schließlich “STOPP!”, aber der Mann hörte sie nicht und sah sie auch nicht in seinem Außenspiegel. So rasierte der mit dem der äußeren Ecke seines funkelnagelneuen Caravans die Deichsel eines anderen Caravans und riss schließlich die gesamte Seite seines Anhängers auf. Aufgebracht sprang er aus dem Auto und seine Frau jammerte nur: “Ich hab doch STOP gerufen!”

In freier Wildbahn stehen Frauen hinter Wohnmobilen und winken mit schlenkernden Armbewegungen. Sie schauen nicht in den Außenspiegel, denn nur so könnten sie sehen, ob auch sie gesehen werden. Irgendwann wird die Armbewegung hektischer und schließlich klopft sie ans Heck. Dann ist es höchste Zeit für den Fahrer auf die Bremse zu treten. Es ist erstaunlich, wie häufig das System doch funktioniert. Im Gegensatz dazu finden sich aber auch Wohnmobilchauffeure, die ganz im Vertrauen auf das Sichtfeld durch die Rückfahrkamera und ihre Erfahrung mit den Fahrzeugmaßen in zügigem Fahrstil ebenso ein gewisses Risiko einer Fahrzeugdelle eingehen, ganz ohne weibliche “Winkerkrabbe”.

Jungs, sagt Euren Frauen: “Ich will dir im Außenspiegel zuzwinkern, mein Schatz! Du siehst immer so süß aus, wenn du mir winkst!”

Zwinkerndes Smiley

…….

Na gut, wenn sie dann nur noch in den Spiegel schaut ist dass gefährlich für`s Heck….aber der erste Schritt zum besseren Verständnis ist getan!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen