Herbsttour 2018 – Teil 2 – Die Kranken in Franken

Bei bestem Wetter starten wir am zweiten Reisetag und ziehen entlang der Bundesstrasse 27 gen Süden. Die Werra durchzieht das osthessische Bergland und wir haben bei jeder neuen Kurve einen herrlichen Blick auf Flussbiegungen und goldenes Blattwerk der Wälder. Wir kommen in der südlichen Rhön auf einem absolut schönen Stellplatz mit einem grippalen Infekt an und stellen fest, dass hier der längere Aufenthalt die beste Entscheidung der Reise war.


 Unser Tipp: Wer etwas Zeit hat und keine Lust auf der nahezu parallel verlaufenden Autobahn 7 zwischen Hann. Münden und Kirchheim durch extrem bergiges und kurviges „Auf und Ab“ zu brettern, dem empfehlen wir auch in diesem Abschnitt die Bundesstrasse 27. Sie hat keine anstrengenden Steigungen und Gefälle. 

 

Wir erreichen bei Bad Brückenau nun spürbar die Ausläufer der Rhön, welche wir bisher an der westlichen Seite entlang gefahren sind. Nun muss auch unser Westfalia Columbus bei Steigungen und Gefällen kräftig schalten. Aber das automatisierte Getriebe (ComfortMatic) vom Fiat Ducato meistert dies insgesamt recht gut. Nur einige Male muss man in den Schaltvorgang eingreifen. Ansonsten sind die Hände frei zum Lenken durch die Kehren. Gerade Claudia, die heute für den „Krankentransport“ zuständig ist, gefällt das sehr, da für sie der „Schaltstress“ komplett entfällt.

Gegen Mittag kommen war nach rund 170 Kilometer Wegstrecke auf Kalli’s Forellenhof an. Er liegt am Rand des Biosphärenreservats Rhön ca. 7 Kilometer nordwestlich von Hammelburg. Der Wohnmobilstellplatz ist uns nicht unbekannt, da wir hier bereits auf der Herbsttour im Oktober 2012 für eine Nacht gestanden haben. 

Wir sind positiv überrascht, als wir bei der Anfahrt erkennen, dass Kalli den Platz zwischenzeitlich um ca. 30 Stellplätze erweitert hat. Drei terrassierte Fahr- und Standspuren bieten nun einen noch grandiosen Blick auf das Tal der fränkischen Saale und die Berge. Aber auch Lamas, Esel, Ziegen usw. grasen vor uns friedlich auf der Weide. 

Wir schnappen uns die oberste Etage und breiten uns in bestem Sonnenschein draußen aus. Bei aktuell 25 Grad C sind wir wieder zurück in den Sommer gebeamt.

Was leider dem ganzen Paradies einen Dämpfer versetzt, ist, dass Volker seit Reiseantritt mit einem ziemlich heftigen grippalen Infekt zu tun hat. Und zwar so stark, dass auch irgendwann die Sonne nicht mehr gut tut und wir diesen schönen Urlaubsort in ein Krankenlager umbenennen müssen. Auch Gemma ist extrem einfallsreich bei der Suche ihrer „Lager“.

Wir beschließen, unsere Reise nicht weiter gen Süden fortzusetzen und die Grippe hier an Ort und Stelle auszukurieren. Bei frischer Luft und Sonne klappt dies dann auch von Tag zu Tag immer etwas besser. Jeder Tag startet mit einem grandiosen Sonnenaufgang im Nebel.

Wir genießen den gleichförmigen Tagesablauf und schaffen es einmal sogar bis nach Hammelburg zum Lebensmittelkauf. Auch die Solarerträge können sich bei der Sonnenscheindauer sehen lassen. Wir müssen somit nur unsere Stellplatzgebühr bezahlen und kommen durch unser mobiles Solarpanel ohne Landstrom aus.

Da wir hier so lange verweilen, können wir euch den schönen Platz etwas detaillierter vorstellen:

Es befinden sich zwei V/E Stationen am Platz. Eine in der obersten Reihe und eine am unteren ursprünglichen Stellplatz-Areal. Alle Plätze können mit Strom versorgt werden. Es gibt Duschen und WCs.

Eine Gastronomie wurde bei unserem Aufenthalt nur von Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr angeboten. In Kürze wird Kalli den Betrieb wieder in Eigenregie auf die gesamte Woche ausweiten. Der Platz kostet pro Nacht 10 Euro zzgl. Strom (3 Euro) und Dusche (2 Euro).

Wir haben einige kleine Wanderungen am und um den Stellplatz unternommen und sind begeistert von dieser idyllischen und ruhigen Lage. Wer also, so wie wir, für ein paar Tage mal ausspannen möchte, ist hier absolut richtig.

Wir erhalten am letzten Abend noch diesen schönen Gruß von oben und sind sehr dankbar.

Wir haben insgesamt vier Nächte hier geschlafen und sind dabei wieder etwas zu Kräften und Gesundheit gekommen.

Es geht im nächsten Teil wieder auf Tour Richtung Norden.


Weiterführende Links

Stellplatzbeschreibung Forellenhof Reuss – bei Campercontact

Über Volker

Ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO und als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da mich das Reisen sehr inspiriert, möchte ich meine Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit über 550 Artikeln und über 2.500 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.