Vorstellung Hymer VisionVenture Studie auf dem Caravan Salon 2019 in Düsseldorf

Das „Conceptcar“, der VisionVenture von Hymer war einer der spektakulärsten Enthüllungen auf dem diesjährigen Caravan Salon 2019 in Düsseldorf. Wir haben die Studie näher betrachtet und die Ideen auf den Prüfstand gestellt.


Hymer Halle 17

Hymer Halle 17

Der europäische Marktführer Hymer macht die Besucher in der ihm vorbehaltenen Halle 17 mit vielen Licht- und Farbeffekten neugierig. Einer der diesjährigen „Showcases“ ist seine Studie „VisionVenture“ mit der Zusatzbezeichnung „0-BASF“. Die „0“ verweist sicherlich auf die Null-Serie (also den Prototypen). BASF soll sich mit bis zu 20 innovativen Materialen an der Entwicklung beteiligt haben.

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Viel Gedränge am Hymer VisionVenture

Der VisionVenture von außen – organischer Overlanderlook

Nur von vorne erkennt man den Mercedes Sprinter als Basisfahrzeug, der hier mit einem Allradantrieb und entsprechenden BFGoodrich Schlappen aufwartet. Die hohe Bodenfreiheit, eine Reling mit Lightbar sowie die Abschrägung am Heck machen den VisionVenture zu einer Art Overlander. Die Außenhaut wirkt durch Farbe, Form und Wabenmuster sehr organisch und wie aus einem Guss. Das fusionsartige Fahrzeug einer bestimmten Typenklasse im Wohnmobilsektor zuzuordnen ist schwierig.

Die Designer waren in der Vergangenheit bereits für Niesmann + Bischoff an der Entwicklung des „Smove“ aus 2017 beteiligt, was bei intensiver Betrachtung tatsächlich nahe liegend wirkt. Der speziell entwickelte Außenlack soll durch temperaturregulierende und energieeffiziente Chromacool-Technologie von BASF das Aufheizen des Fahrzeugs durch Sonneneinstrahlung vermindern. Ganze 20 Grad an der Außenhaut und bis zu 4 Grad im Innenraum soll das bringen. Zumindest in freier Natur schmiegt sich der metallic-grüne VisionVenture sofort in die Landschaft ein, ganz im Gegensatz zur gängigen „Weissware“. Für Freisteher ist dieser „Tarnlook“ von Vorteil.

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Hymer VisionVenture – „und still ruht der See“ (Bildquelle und Copyright by Hymer GmbH & Co KG)

Der VisionVenture von innen – ein Tinyhouse auf Rädern

Von innen mischt der VisionVenture zwei aktuelle Trends, das Tinyhouse und den #vanlife Style. Der rückwärtige Blick durch die geöffnete Panoramaheckwand bis nach vorne zum Cockpit offenbart eher ein 1-Zimmer-Apartment-Ambiente, als den sonst üblichen Camper-Charme. Die Community der Selbstausbauer scheint die Hymer Entwickler zur Verwendung von organischen Formen, Farben und Materialen inspiriert zu haben. So tragen zum Beispiel Filz und Hanf zum Entstehen einer wohnlichen Atmosphäre bei.

Gleich rechts neben der Eingangstür entsteht mit wenigen Handgriffen aus einer Schrankkonsole und dem Beifahrersitz ein „Officespace“, um mit dem Laptop arbeiten zu können. Dessen Stromversorgung sowie eine entsprechende Staumöglichkeit ist eine deutliche Einladung an alle digitalen Nomaden.

Hymer Concept Car VisionVenture interior view (1) copyright Hymer GmbH und Co KG

Hymer Concept Car VisionVenture Innenansicht (copyright by Hymer GmbH und Co KG)

Direkt gegenüber befindet sich der Aufgang zum pneumatischen Schlafbereich auf dem Dach. Die breiten und trittsicheren Stufen dienen zeitgleich als Stauraum, der auch dringend benötigt wird, da neben Unterschränken lediglich ein einzelner Oberschrank die Küche ziert. Oben im Schlafbereich geht es im wahrsten Sinne luftig zu. Eine gut 7 Zentimeter dicke Wabenstruktur dient als Außenwand, der hohe Isolationseigenschaften nachgesagt werden. Sie soll temperaturausgleichend entweder mit kalter oder warmer Luft befüllt werden. Das ist wirklich eine gute Idee. Die Frage hierbei ist, wie die Luft nach oben kommt, wo die Wärme- bzw. Kältequelle eingebaut ist und wie sie betrieben wird. Ebenso dürfte das Verhalten bei stärkeren Winden interessant sein.

Hymer Concept Car VisionVenture Innenansicht

Hymer Concept Car VisionVenture Innenansicht (copyright by Hymer GmbH und Co KG)

Die Hecksitzgruppe sieht wirklich gemütlich aus. Große Panoramafenster lassen den Blick in die Ferne schweifen. Wie oder ob sich die seitlichen Fenster auch öffnen lassen, war in dem Gewusel am VisionVenture leider nicht zu ergründen. Doch für Frischluft lässt sich, zumindest bei schönem Wetter, sorgen. Nämlich durch den zweiteilig zu öffnenden Heckbereich. Hier lassen sich die allseits beliebten Fotos über den See im Handumdrehen schießen.

Hymer Concept Car VisionVenture Heckbereich

Hymer Concept Car VisionVenture Heckbereich (copyright by Hymer GmbH und Co KG)

Der untere Teil der geöffneten Heckklappe ist begehbar und mit Holz ausgelegt. Besonderes Gimmick ist ein Elektrogrill, die sogenannte „BBQ-Station“, der sich längs aus den Unterboden ziehen lasst, Landstromanschluss vorausgesetzt. Die Gemütlichkeit der Hecksitzgruppe wird durch eine Hängelampe unterstrichen. Alternativ lässt sich diese Multifunktionsleuchte in eine dafür vorgesehene Aussparung eines nahegelegenen Bretts über dem Sofa einsetzen und so auf 3 unterschiedliche Arten betreiben: als Deckenfluter, als Downlight oder als Pendelleuchte.

Die Wandverkleidung wirkt funktionell durch ein Schienensystem für verschiedene Aufbewahrungsmodule oder auch Bild- und Lichtelemente, die individuell integriert werden können.

Das „Naturstein“-Bad ist unserer Meinung nach so ziemlich der innovativste Bereich und könnte gerne bald in viele wohnmobile Bäder Einzug halten. Es wirkt ungemein flexibel und hat auf der begrenzten Grundfläche erstaunliches zu bieten. So lässt sich die Seitenwand auffalten, so dass das Waschbeckenmodul seitlich über die Toilette weggeschwenkt wird, um dadurch einen großzügigen Duschbereich entstehen zu lassen. Die Mixtur aus den üblichen Kunststoffmaterialien und dem von BASF entwickelten Werkstoff Veneo Slate® schafft das Gefühl eines echten Natursteinbads. Der Materialmix soll sich sogar krümmen lassen, um dadurch die auffaltbare Seitenwand zu positionieren. Auch der durchgängig ebene Boden kann so die Dusche einschließen und benötigt keine separate Duschwanne mehr.

Ein Concept-Car in seiner Gesamtheit zu bewerten, macht wenig Sinn, denn Platzierung / Einbau und Funktionalität notwendiger Komponenten (Wassertank, Heizung und Stromversorgung) sind nicht konkret beschrieben oder nur angedeutet (z.B. Solar auf dem Dach). Vielmehr werden einzelne Innovationen in einer Komposition auf einer gemeinsamen Plattform vorgestellt. So will man der Möglichkeit näherkommen, bei Interesse der Kunden, diese teilweise in bereits bestehende Plattformen einzubinden. So fehlt uns persönlich in dem VisionVenture ganz besonders der geliebte Stauraum in einer Heckgarage. Wohin also mit den bequemen Campingstühlen? „Look und Fee“l der Studie sind jedoch über die Maßen ansprechend und würden wir ein solches Fahrzeug für einen Urlaub mieten können – wir würden keine Sekunde zögern!!

Die spannendste Frage für uns ist: Wie viele Ideen fließen in spätere Fahrzeuge ein? Was meint ihr, würdet ihr mit so einem Fahrzeug auch gerne unterwegs sein? Schreibt es unten in die Kommentarbox. Wir würden uns über eine rege Diskussion freuen!

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Über Claudia und Volker

Wir sind Claudia, Volker und Hund Gemma vom Reiseblog UMIWO und sind als Teilzeitreisende seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da uns das Reisen sehr inspiriert, möchten wir die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus unser Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

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