Immer kuschelig warm? – Das Winterpaket unseres Westfalia Columbus 600 D

Wer gerade in diesen Tagen mit einem Kastenwagen unterwegs ist, lernt bei den Minusgraden und dem böigen Wind sehr schnell die Nachteile der schlechten Isolierung dieser Blechkisten kennen. Gerade Kältebrücken an den Heck- und Schiebetüren können den Wohn- und Schlafkomfort erheblich einschränken, da die Isolierung der Standardfahrzeuge sehr zu wünschen übrig lassen. Wie kann man da Abhilfe schaffen?


Das Winterpaket des Westfalia Columbus 600 D

P1110386_1024_05Minus 4 Grad mit böigen Ostwind und Eisregen – innen ist es kuschelig warm

Als wir unser aktuelles Fahrzeug, den Westfalia Columbus 600 D, im September 2013 bestellt hatten, war der Hauptgrund neben dem Sprung von kurzen 5,40 Meter auf komfortablere 5,99 Meter, dass wir bezüglich der Heizung und dem Wohnkomfort im Winter einen deutlichen Zugewinn haben wollen.

Daher kam das für uns als Option angebotene „Winterpaket“ wie gerufen.

Die zusätzlichen Komponenten

  • Abwassertank beheizbar
  • Isoliermatten für Hecktür und Schiebetür (innen)
  • Isoliermatte für Frontscheibe (außen)
  • zusätzlicher Konvektor im Bereich Fahrerhaus
  • Fußbodenheizung inkl. beheizter Duschtasse

Eberspächer Hydronic II mit Westfalia Warmwasserheizungskonzept

Wir haben schon so oft über die von unserer Dieselheizung mit Wasser beheizte Fußboden- und Konvektorenheizung geschwärmt und möchten sie auch nie wieder missen. Sie funktioniert ähnlich wie eine Alde-Heizung und wird mit Dieselkraftstoff angetrieben, nicht mit Gas. Hierzu folgt in Kürze ein detaillierter Bericht.

Isoliermatte für die Hecktür

Aber selbst das beste Heizkonzept kann Kältebrücken an den Innentüren eines Kastenwagens nur bedingt ausgleichen. Wenn man also im hinteren Querbett direkt an der Hecktür schläft und der eiskalte Wind von außen einwirkt, kann es einen schon sehr frösteln. Daher ist eine zusätzliche Isolierung notwendig, die die gesamte Hecktür von innen abdeckt.P1100265_1024_02

Das erledigt die o. g. knöpfbare Thermomatte außerordentlich gut. Zur Hecktür hin mit Aluminumfolie und von innen mit kuscheligem grauen Velourstoff bespannt, lässt sie sofort eine „Wohlfühlkuschelhöhle“ entstehen.

Die milimetergenaue Befestigung

Für die Befestigung wurden an strategischen Punkten Druckknöpfe an der Kunststoffverkleidung angebracht.

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Bei besonders stabiler Unterkonstruktion wurden diese mittels Schraube fixiert und bei dünnerer Unterhaut durch Nieten verwendet. P1110403_1024_07

Leider ist an einem der vielen Druckknöpfe bereits die Thermomatte eingerissen, so dass wir die Matte im Winter nur noch äußerst selten abknöpfen, damit das Material nicht zusätzlich belastet wird. Ab der Höhe des Bettes übernehmen dann eingenähte starke Magnete das Fixieren der Matte, die bis zum Boden der Heckgarage reicht, an der Karosserie.

Isoliermatte für die Schiebetür

Auch für die seitliche Schiebetür gibt es eine perfekt angepasste Matte, die sogar über einen Reissverschluss für den Ein- und Ausstieg geöffnet werden kann.P1100267_1024_01

Isoliermatte für die Frontscheibe (außen)

Wie bei fast jedem Wohnmobil bei dem das Fahrerhaus zum Wohnbereich zählt, können auch wir mittels der Isoliermatte für die Frontscheibe die Kältebrücken minimieren und Heizkosten sparen. Auch verhindert die Außenmatte das Beschlagen der einfachen Fahrerhausscheiben, da der Taupunkt nach außen verlegt wird. Hier sind auch innen am Fenster mit Saugnäpfen angebrachte Thermomatten im Nachteil.P1100314_640

Dennoch ist das Handling der Außen-Isoliermatte umständlich und gerade bei nasskalter Witterung nicht angenehm. Wir bevorzugen häufig das Freistehen und wären dadurch nicht permanent abfahrbereit. Zusätzlich ist die Sicht nach außen durch das Fahrerhaus eingeschränkt.

Zusatzkonvektor im Fahrerhaus

Der zusätzliche Konvektor mit Booster (Lüfter) unter dem Fahrersitz pustet warme Luft in den kalten Fussraum und schafft dort einen angenehmen Luftpuffer und verhindert Kälteschauer an Rücken und Schulter.P1120582

Kein Vorteil ohne Nachteil

Die Dieselheizung samt Umwälzpumpe genehmigt sich mehr Strom als eine konventionelle Truma 4 Gasheizung, so dass wir bei Dauerfrost trotz zweiter (80 Ah Gel) Zusatzbatterie maximal zwei Tage autark stehen können. Danach müssen wir die Batterien durch Weiterfahren (mindestens 100 Kilometer) wieder aufladen oder wir gehen an den Landstrom, was im Winter kein Problem ist, da in Deutschland die Stellplätze dann weniger stark frequentiert sind.

Ein weiterer großer Vorteil: Wir müssen uns keine Gedanken darüber machen, dass uns der Kraftstoff ausgeht. Bei einem 120 Liter Dieseltank könnten wir theoretisch über Wochen heizen, ohne Nachzutanken. 🙂

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO!Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.Mit über 400 Artikeln und mehreren Hundert Fans auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO.de ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

6 Replies to “Immer kuschelig warm? – Das Winterpaket unseres Westfalia Columbus 600 D”

  1. Futzipelz

    Toll, toll!
    Euer Blog ist spitze.
    Habe ihn heute entdeckt und da ich eigentlich lernen muss, Konnte ich mich damit auch sehr gut ablenken und von euren Abenteuern lesen.
    Ihr lebt quasi meinen Traum. Ihr seid viel unterwegs in einem Womo.
    Toll! Weiter so 🙂
    Auch euer Themenmix ist super. Von allen etwas dabei und das sehr interessant. Bin jetzt irgendwo im Feb 2014 angekommen. Habe den Blog gleich in meinen Feedreader geworfen.
    Auch ich bin von der Camper-Front. Vorerst schlafen wir im PKW. Aber irgendwann … Habe ich auch so einen tollen Kastenwagen.
    Von unseren Reisen könnt ihr in meinem Blog lesen.

    Bis dahin,
    Beste Grüße und alles Gute
    Futzipelz

    • Volker Autor dieses Beitrags:

      Hi Futzipelz, danke für Dein grosses Lob! Wir werden Deinen Feedreader nicht enttäuschen und ihn regelmäßig füttern, versprochen. Wir drücken Euch die Daumen, für den Kastenwagen. VG Volker

  2. Akki Moto

    Danke für den Beitrag. Ich bin bekennender Winter-(Dienst-)Reisender. Bei der Heckmatte war für mich problematisch, dass ich den Kofferraum nur eingeschränkt nutzen konnte (Habe die Matte eigentlich immer da dran). Ich habe jetzt den unteren Tail der Matte unter die Matratze geschlagen. Am Brett vom Kofferraum zum Wohnraum habe ich auf der Seite vom Kofferraum eine Isoliermatte angebracht. Damit kann ich gut leben. Für die Seltenreisenden noch der Tip: Auf Umluft stellen verringert auch schon mal etwas den kalten Durchzug,

  3. Thorsten

    … also die hochgelobte Thermomatte im Heck finde ich nicht so dolle … zumindest die Befestigung sieht doch um die Mitte herum eher gebastelt aus und das Ganze mit einfachen Druckknöpfen zu befestigen würde ich auch eher dem Einsteigersegment zuordnen – hier wären mindestens Tenax Knöpfe angebracht gewesen. Das sollte im Premiumsegment besser gehen.

    Ansonsten 100% agree – die Warmwasserheizung (speziell in Verbindung mir der Fussbodenheizung) macht den Kasten enorm wintertauglich. Leider waren ab Werk (zumindest bei unserem Columbus 600D aus 2012) sämtliche Türen von innen ohne jegliche Isolierung. Hier kann man mit ein wenig Aufwand und selbstklebendem X-Treme Isolator auch noch ein wenig die Wärmedämmung verbessern ..

    Thorsten

    • Volker Autor dieses Beitrags:

      Hallo Thorsten,
      ich gebe Dir Recht, dass die Thermomatte im Heck eine wesentlich bessere Befestigung vertragen könnte. Wobei ich jetzt die Druckknöpfe nicht so schlimm finde. Besser wäre es noch,
      wenn an den Seiten noch mehr Spannung und Dichtigkeit durch zusätzliche Druckknöpfe entstehen könnte. Mir geht es da eher um Funktionalität vor Design. Die Thermomatte an der Schiebetür ist
      doch genial angepasst und sitzt wie eine Eins. Gerade letzte Nacht mit böigen Ostwind hat uns die zusätzliche Isolierung „gerettet“. 😉
      Ob unsere Türen von innen denn isoliert sind? Baujahr 1/2014.
      Danke und VG Volker

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