Frühlingstour 2019 – Teil 1 – Märchenhaftes Fachwerk in der Region Vogelsberg

Pünktlich am 20. März 2019 startet auch endlich der Frühling richtig durch. Grund genug unseren ersten längeren Roadtrip 2019 in sonnigen Gefilden zu verbringen. Keine 300 Kilometer südlich von Hannover erleben wir in Nord- und Mittelhessen eine märchenhafte Region, genannt Geopark Vulkanregion Vogelsberg, die gerade aus dem Winterschlaf erwacht ist. Wir zeigen euch tolle Fachwerkstädtchen und ebenso schöne Stellplätze unter strahlend blauem Himmel.


 


Was hat uns das Wetter in den ersten Märzwochen genervt. Sturm, Regen und einstellige Temperaturen ließen den ersten Vorfrühling aus dem Februar schnell wieder vergessen. Der März zeigte sich wahrlich von seiner tückischen Seite. Unser einwöchiger Urlaub rückte immer näher und die Wetteraussichten für die ursprünglich geplante Region der Mecklenburgischen Seenplatte sahen immer schlechter aus. Die bereits investierte Recherchezeit zu lohnenden Zielpunkten wird sich einfach ein anderes Mal auszahlen müssen, wenn der Wetterbericht für diese Region ein Einsehen hat und wir etwas Urlaub in der Tasche.

Wir starten unseren Urlaub zunächst mit zwei wichtigen Pflichtaufgaben:

Zunächst wird die UMIWO Zentrale aufgepimpt. Ein neuer Schreibtisch, nun mit elektrischer Höhenverstellung, wird aufgebaut und in Betrieb genommen. Ganz nach dem Motto „Sitzen ist das neue Rauchen“ tun wir nun auch beim Bloggen ganz nebenbei etwas für unsere Gesundheit.

Unser cityflitzender roter Panda ist auch etwas in die Jahre gekommen und soll durch ein neues Pendant ersetzt werden. Dafür unternehmen wir einen letzten Abschieds-Trip und auch seine längste Fahrt am Stück nach Halberstadt. 

Für uns ungewohnt, absolvieren wir die nötigen Pippi-Pausen wie alle anderen an teilweise versifften Parkplatz- und Raststätten Toiletten. 50 Cent für abgewetzten 50er Jahre-Charme und notdürftigem Holzverschlag bei nagelneuem Edelstahldrehkreuz mit LED-Signallampen reißen da ein gefühlt unverschämtes Loch ins Portemonnaie. Der PKW-Tausch ist schnell erledigt und wir sind angetan vom Unterschied im Fahrkomfort der neuen schwarzen, italienischen Panda-Perle, dem kleinsten und praktischsten „City-Kastenwagen“.  

Schnell wird der „Black Panda“ am nächsten Werktag zugelassen. Auf dem Rückweg in die UMIWO Zentrale begleitet uns heftiges April Wetter mit Hagelschauer, gefolgt von strahlendem Sonnenschein. Bei dem Wetter sollen wir losfahren? Brrrr….. Doch unsere übliche kurzfristige Reiseplanung mit Blick auf das Wetter lässt plötzlich den Kompass von Nord auf Süd wechseln. Claudia möchte Sonne und Wärme, auch wenn das Pollenflugrisiko mit jedem Kilometer südwärts steigt. Also stöbern wir noch schnell nach einer uns unbekannten Reiseregion kurz hinter der Sonnenscheingrenze und die Motivation zu packen und herum zu räumen steigt minütlich an. Schließlich ist das Ziel klar:

Es geht in den Vulkanpark Vogelsberg!


Hier gibt es den 1. Teil des Reiseberichts als YouTube Video

 


Gepackt und voller Vorfreude steht unsere Rosi abfahrbereit da

Wir absolvieren souverän 200 Kilometer Autobahn und fahren hinter Kassel ab, zum ersten Stopp an einem „Wertholzplatz“. Diesen uns unbekannten Begriff erklärt uns das Internet. Hier werden besonders wertvolle Baumstämme für den Verkauf ausgestellt und versteigert. Der hintere Bereich könnte sogar als Freisteherplatz taugen. Aber wir wollen ja weiter.  

Erstes Übernachtungziel an diesem traumhaften aber kühlen Frühlingstag ist Alsfeld. Der Wohnmobilstellplatz am Erlenstadion liegt fußläufig direkt vor den Toren der Altstadt und wird von vielen Womofahrern gerne als Transferplatz genutzt.

Die Autobahn 5 ist nah und bei südlichen Winden gut zu hören. Sie verläuft nur ca. 500 Meter südlich vom Stellplatz. Wir lassen uns davon aber nicht beeindrucken und genießen unseren ersten Kaffee in der Sonne. Die Sitzgruppe aus Holz ist in herrlicher Sonne aber auch einladend.

Anschließend spazieren wir in den historischen Altstadtkern und sind genervt von den vielen PKWs, die diesen Bereich befahren und trotz 20er Geschwindigkeitsbegrenzung durch die alten Gassen heizen. Der Gestank der Abgase hält sich hier leider besonders lang.

Am Märchenhaus lässt Rapunzel nicht nur für uns das Haar hinunter. Aber wir haben heute keine Lust hoch zu klettern.

Die alten Fachwerkhäuser sehen wirklich schön aus. Wir finden es immer toll, wenn wir sehen, dass fleißig saniert wird, um diese Kulturgüter zu erhalten.

Der Marktplatz ist am schönsten herausgeputzt. Erste Besucher bevölkern bereits sonnenbeschienene Cafés und wärmen sich den ganzen Nachmittag.

Im Alsfelder Glas- und Fensterstudio sind diese einzigartigen Lampen und Trinkgefäße aus alten Flaschen ausgestellt.

Hier renoviert Oma?

Dieser schöne Brunnen wird von der Gänse-Liesel verziert.

Mit Sonne im Herzen erhalten wir zurück am Campingbus von unseren Freunden Reto und Sabine vom Blog „Living-In-A-Box“ aus Kroatien dieses Foto.

Während wir im Norden den Frühling begrüßen, müssen sie sich gerade in Kroatien mit Winterwetter herumschlagen! Wer hätte das gedacht!!

Der nächste Morgen startet erwartungsgemäß mit einem prächtigen Sonnenaufgang.

Volker geht mit Gemma zur morgendlichen Dogwalkrunde an der Schwalm entlang.

Nach 10 Minuten endet die Idylle an der Autobahn 5. Okay, der Platz ist gut geeignet für die Durchreise, für längeres gemütliches Campieren eher nicht. Wir packen zusammen, denn wir wollen heute durch Marburg bummeln. Auf dem Weg dorthin machen wir einen Abstecher nach Amöneburg.

Dort befindet sich ein kostenloser Stellplatz für 5 Womos direkt neben dem Sportplatz und dem Gesundheitszentrum mit Blick auf die Burg.

Leider sind die Plätze für die Womos von PKWs zugeparkt. Der Weg bis zum Eingang ist hier offenbar zu lang und das Lesen des Hinweisschildes zu schwer.

Weiter geht es durch die schöne und leicht hügelige Vulkanlandschaft nach Marburg. Wir checken kurz den dortigen Womopark in der Jahnstraße.

Für 12 € können hier 10 Womos nach Art einer „Pferdebox“ stehen. Für uns nicht so einladend. Zudem lärmt nur wenige Meter entfernt die hinter der Schallschutzwand entlangführende Bundesstraße 3. Als Krönung kann man sich zeitweise noch am Zugverkehr der dahinterliegenden Bahnstrecke erfreuen. Was wir gerne mal verdrängen: In eher hügeligen Gebieten und Flusstälern zwängt sich alles durch dasselbe Nadelöhr. Der Lärmpegel ist somit deutlich höher, als im flachen Niedersachsen.

Wir fahren noch ein Stückchen weiter und stellen unseren Columbus auf dem Großparkplatz des Schwimmbads Aquamar ab. Für 40 Cent die Stunde steht man hier günstig und innenstadtnah. Wir starten zum Stadtbummel direkt am Fuß- und Radweg an der Lahn entlang. Über eine Fußgängerbrücke kommen wir in nur 10 Minuten in die schöne Altstadt. Dass Marburg eine Universitätsstadt ist, machen wir sofort am Alter der Menschen aus, die heute die City bevölkern.

Es geht stetig aufwärts. Wir sind beeindruckt, wie liebevoll sich die kleinen Geschäfte in die Fachwerkhäuser integrieren. Wenige von den üblichen Geschäften, die die meisten Fußgängerzonen zu einem Einerlei werden lassen.

Die Helden des Altertums treffen hier auf die Helden der Neuzeit.

 

Der Marktplatz ist besonders schön und der Brunnen ist ein Augenfang. Auch deshalb, weil hier eine Eisdiele lockt. Volker und Gemma teilen sich zwei Kugeln Amarena. Schwer zu sagen, wer begeisterter ist.

 

Erfrischt erklimmen wir so den Schlossberg. Eine Gruppe von Schülern kommt uns überdreht entgegen. Noch denken wir: Die haben es aber gut! Können bergab gehen.

Wir erreichen den Bereich des Schlosses. Neben einem schönen Restaurant mit Biergarten und Ausblick, gibt es einen Aussichtsbereich mit Bänken, die dazu einladen, die Blicke schweifen zu lassen.

 

Uns liegt Marburg zu Füßen.

Während einer kleinen Pause genießen wir die warme Frühlingssonne im Gesicht. Unter der Woche und im März ist hier himmlisch wenig los.

Beim Lustwandeln im Schlossgarten erreicht man einen weiteren Panorama-Ausblick gen Norden.

Wir chillen etwas auf den Holzliegen und versuchen, Gemma zum Posieren zu bewegen.

Dann geht es mit uns abwärts. Nicht nur im übertragenen Sinne. Als „Flachländler“ müssen unsere Knie selten solche Schwerstarbeit leisten und der Weg kommt uns doppelt so beschwerlich vor, als hinauf. Durch das unregelmäßige Kopfsteinpflaster muss jeder Schritt kontrolliert werden, um nicht ungünstig aufzutreten und gar umzuknicken. Ein paar reife Touris schnaufen gerade den Weg bergauf. Wir lassen es uns nicht nehmen, ihre Lust auf den Weg hinab zu wecken.


Nach diesem Abstieg fahren wir weiter nach Homberg an der Ohm und entdecken einen traumhaften Stellplatz mit Blick ins Tal. Dies und viele weitere Reiseimpressionen könnt ihr im 2. Teil der Reise durch die Region Vogelsberg lesen!


Links zu den genannten Stellplätzen

Wohnmobilstellplatz Alsfeld am Erlenstadion (zu Campercontact)

Wohnmobilstellplatz Amöneburg (zu Campercontact)

Wohnmobilstellplatz Marburg (zu Campercontact)

Über Claudia und Volker

Wir sind Claudia, Volker und Hund Gemma vom Reiseblog UMIWO und sind als Teilzeitreisende seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da uns das Reisen sehr inspiriert, möchten wir die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus unser Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

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