Sicherheit im Wohnmobil -Teil 4 – Logenplätze im Kopfkino

Im 4. und letzten Teil unserer Artikelserie zeigen wir auf, wozu unsere eigene Gedankenwelt (Stichwort „Kopfkino“) in der Lage ist. Wir geben Hinweise und Tipps, wie man innere Ängste entschärft und das eigene Wohlbefinden steigern kann.


Neben den von uns beschriebenen Verhaltensregeln und ein paar gut gewählten Ausstattungsmerkmalen zählt am allermeisten unser Kopfkino!
Allein die eigene Vorstellungskraft ist das vielleicht wichtigste “Ausstattungsmerkmal”. Der Film im Kopf, in dem wir zum Opfer werden –  bestohlen, beraubt und ausgetrickst –  befeuert unsere Angst, eine der stärksten Emotionen des Menschen.

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Allzu schnell lassen wir uns dazu verführen, das Schlimme anzunehmen und trachten unverzüglich danach, Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Scheinbar ein Urinstinkt des Menschen. Dabei funktioniert unsere Vorstellungskraft auch bestens in die entgegen gesetzte Richtung. Die allermeisten Menschen sind stark visuell orientiert.

Denn unser Unterbewußtsein vermag nicht zwischen Realität und Fantasie zu unterscheiden!

Eine überaus praktische Einrichtung der Natur. Unser eigenes Gefühl von Sicherheit lässt sich bereits dadurch stärken, dass wir uns zum Beispiel vorstellen könnten:

  • jeder Einbrecher würde an unserem Wohnmobil einfach nur vorbei gehen und nicht das geringste Interesse an unserem Fahrzeug haben, weil wir so unauffällig in der Gegend herumstehen
  • “Bellos” Knurren ihm die Knie schlottern lässt…
  • seine Werkzeuge, wie in einem Comic, zerbrechen, weil er sie im Ausverkauf für günstig erstanden hat
  • als er gerade die Tür aufbrechen will, einen Anruf von Mutti erhält, die ihn kräftig runterputzt, weil er nicht zu Tante Gerdas Geburtstag aufgekreuzt ist
  • etc….

Je absurder und erheiternder der Film in unserer Vorstellung über einen möglichen Eindringling und den Erfolg unserer Abwehrmaßnahmen abläuft, desto leichter und stärker verinnerlicht unser Gehirn dieses “Erlebnis” und beeinflusst unsere Emotionen nachhaltig positiv! – Es funktioniert!

Darüber hinaus kann man den Dingen ihren Schrecken nehmen, in dem man sich mental vorbereitet: wie würde ich im Ernstfall mit der Situation umgehen? In dem man sich die Schritte / Maßnahmen nach einem Diebstahl oder Unfall bewusst macht und plant, was zu tun ist, verlieren die Dinge ihren Schrecken. Denn wir begreifen, wie wir mit dem „Worst Case“ umgehen würden und können uns vorbereiten. Wir erkennen, dass wir das schaffen können, nicht daran scheitern oder verzweifeln würden und sind von diesem Punkt aus in der Lage, alle weniger schlimmen Katastrophen viel leichter zu meistern.

Einige „Worst Case“ Szenarien (Beispiele) zum durchdenken:

  • Nach einem Diebstahl: was müsste in jedem Fall unverzüglich ersetzt werden und wie ist das schnell zu bewerkstelligen? Ich lasse nur das im Fahrzeug liegen, auf dass ich im Notfall auch einige Zeit verzichten kann.
  • Unfall (nur Sachschaden): Bei einem Totalschaden des Wohnmobils muss ich meine persönlichen und wichtigen Gegenstände sichern. Koffer sind ja nicht an Bord. Hier bietet sich zum Beispiel ein Bündel an flach zu verstauenden IKEA Einkaufstaschen an.
  • Unfall (mit Personenschäden) Hier ist eine geregelte Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport sinnvoll, sowie eine Vorsorgevollmacht für den Beifahrer und auch für Familienangehörige daheim.
  • Reparatur am Wohnmobil: Wenn ich das Fahrzeug für einige Tage räumen muss, was benötige ich ggf. um unkompliziert in einem Hotel meinen Urlaub weiterzuführen? Eine vorher angefertigte Checkliste kann helfen.

Die Liste ließe sich endlos fortsetzen und ist auf die ganz persönlichen “Gespenster” auszurichten.

Und schließlich fühlt sich so mancher sicher, wenn er „besonderes Equipment“ mitführt, mit dem man einen Dieb erschrecken kann. Ob im Ernstfall jedoch der Einsatz von Reizgas in der Aufregung klappt, ist ungewiss. Gleiches gilt für den Baseballschläger (diesen besser zusammen mit dem dazugehörigen Ball mitführen, das erspart Ärger während einer Polizeikontrolle).

In Deutschland gilt schließlich der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit – wenn ich einem Einbrecher zur Verteidigung meines Eigentums unangemessenen, lebensbedrohlichen oder dauerhaften körperlichen Schaden zufüge, werde ich am Ende bestraft. Also lieber Finger weg von den entsprechenden Gerätschaften. Aber wenn alleine die Anwesenheit im Fahrzeug hilft, warum nicht?

Fazit
Im Kopf einen ordentlichen Film über die eigenen Qualitäten des Einbrecher-Verjagens, gepaart mit der Dusseligkeit des selbigen in Farbe und gerne mit Ton ablaufen lassen – zurück lehnen, genießen, wiederholen – und dann gestärkt, voller Urvertrauen und mit ein wenig Vorbereitung ins Camping-Abenteuer starten!

Nach dem Motto: es kommt wie’s kommt – ich komm klar!

Die Wirkzusammenhänge des Lernsystems durch NLP-Strategien (Neurolinguistische Programmierung) offenbaren sich erst durch eigenes Ausprobieren, führen aber mit zunehmender Erfahrung zum Abbau der anfänglichen Skepsis und offenbaren einen hochwirksamen Methodenkoffer, um zum Beispiel eigene Ängste zu überwinden und mehr der Mensch zu werden, der man selber gerne sein möchte. Im Lern- und Übungsbuch „Der Zauberlehrling“ finden sich vielfältige Anwendungsarten und -Situationen, die es ermöglichen, andere Wege zu gehen. Die Autorin, Dr. Alexa Mohl, hält bundesweit Seminare und Fortbildungen zu diesem Thema ab und erreicht für den Neugierigen durch persönliches Engagement, hohe Fachkompetenz und eine sympathische Ausstrahlung einen Zugang zum Thema, der nachhaltig das persönliche Vertrauen in die Kraft zur Veränderung stärkt (testet by UMIWO).


Dies war der 4. und letzte Teil unserer Artikelserie „Sicherheit im Wohnmobil“

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO.

Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.

Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

9 Replies to “Sicherheit im Wohnmobil -Teil 4 – Logenplätze im Kopfkino”

  1. Gabi & Vasco

    Moin Volker,

    endlich haben wir es mal geschafft die ganze Serie zu lesen.
    Wir haben uns natürlich auch schon mit dem Thema beschäftigt, aber ausführlicher geht es ja kaum noch. Daher haben wir uns erlaubt mal auf die Artikelserie zu verlinken.

    Gruß

    Gabi & Vasco

  2. Jörg Detering

    Hallo Volker,
    ganz herzlichen Dank für deine Artikel. Ich bin gerade erst auf deine Webseite gestoßen. Deine unaufgeregte Art Meinungen und Sachverhalte zu schildern/beschreiben gefällt mir sehr gut. Deine Gedanken zur Sicherheit kann ich voll und ganz nachvollziehen. Wir sind ähnlich unterwegs…u.a. sind alle Türen in unserem Kasten formschlüssig von innen verriegelbar.
    Also, nochmal DANKE für deine Mühe.

    VG Jörg

  3. Gregor Kuhnle

    Ist es also besser beim womo tagsüber die Jalousien offen zu lassen um auch nach außen zu signalisieren …es gibt nichts zu holen? Der Bericht ist von dir wirklich intelligent geschrieben und leuchtet ein. Danke!

  4. Henning

    Hallo,

    sehr schön, so habe ich das bisher noch nirgends gelesen. Die Phantasie geht oft mit den Leuten durch und dann kommt ein Horrorszenario zum anderen. Auch die Sicherheitsdebatten in Foren driften darum sicher oft ins Groteske ab.
    Dass das Wohnmobil die Leute in der Regel wirklich nicht interessiert, habe ich selbst beobachtet. Vor allem mit dem Kastenwagen bin ich viel auf einsame Plätze gefahren. Wenn dort tatsächlich nachts ein Auto kam, habe ich natürlich ausgeguckt. Aber die Leute hatten immer andere Pläne, als ausgerechnet mich zu vernaschen.
    Ich gehe auch vom rationalen Einbrecher aus, der schnell, unauffällig und mit wenig Aufwand an seine Beute kommen will. Dem kann man das Leben schwer machen. Gegen Betrunkene, Vandalen oder den wahnsinnigen Würger von Dingsda hilft wohl nur die Flucht.
    Gegenwehr ist nicht nur wegen der Verhältnismäßigkeit fragwürdig. Auch muss man wohl damit rechnen, dass der Einbrecher besser mit Hieb-, Stich- oder gar Schusswaffen umgehen kann, als der harmlose Normalbürger. Trotzdem habe ich seit Jahren ein zusammengeschobenes Einbein-Fotostativ am Bett liegen.
    Ich glaube auch nicht an die Sicherheit des Rudels. Ein Feund hat es selbst erlebt: Nachts hat er im Halbschlaf komische Geräusche gehört. Morgens lagen nur noch Fussmatten und Auffahrkeile da. Ihm ist aber nichts passiert. Kann man ja auch nicht erwarten, dass der urlaubende Nachbar da den Helden spielt. Wenn er sich was traut, drückt er bei der überstürzten Flucht vielleicht noch auf die Hupe oder ruft die Polizei.

    Gruß
    Henning

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