Frühlingstour 2018 Teil 1 – Fahrt durchs hessische Bergland

Das Frühjahr 2018 ist campingmäßig bisher sehr zurückhaltend verlaufen. Der nicht enden wollende Winter hat uns unsere gewohnte Frühlingstour bis zum Osterfest verschieben lassen. Da hatten wir in anderen Jahren bereits um die 20 Übernachtungen im Bordbuch. Aber nun geht es endlich los. Ab in den Süden Deutschlands. Wir fahren wie so häufig keine Autobahn sondern unsere geliebten langsamen Bundes-, Land- und Kreisstraßen, bis an den oberen Mittelrhein.


Unsere Reiseroute


Zu Beginn des Osterfestes gönnen wir uns die beiden Kar-Tage als Auszeit. Ausruhen, einige aufgeschobenen Dinge erledigen, Abstand zwischen uns und die Arbeit bringen und dem rollenden Tross der Osterurlauber fernbleiben. Endlich am Ostersonntag ist der letzte Regen durchgezogen und wir springen in den beladenen Columbus und ziehen los. Nach der Wetterberuhigung im Norden traut sich die Sonne tatsächlich mal wieder raus. In der Ferne machen wir im Vorbeifahren das Weserbergland aus.

Frisch verliebt in die Bundesstraße 1 durch unsere Tour vom letzten Wochenende nach Büren, zum Barclay James Harvest Konzert, starten wir unsere Frühlingstour gleich wieder auf ihrem Asphalt.

Hinter Hameln passieren wir Aerzen. Der für seine Backwaren überregional bekannte Ort wartet zwar nicht mit einem offiziellen Stellplatz auf. Jedoch bietet das auf einem Hügel gelegene Hotel und Restaurant Waldquelle ein paar kleine, wenn auch schräge Stellplätze. Ein herrlicher Blick in das Humme- und Beberbachtal entschädigt vollends für die notwendige Keilerei. Noch dazu wird die Stellplatzgebühr entweder durch eine obligatorische Einkehr abgegolten oder schlägt nur mit 4,50€ zu Buche. Die ansprechende Speisekarte macht es einem nicht schwer, sich für eine leckere Magenfüllung zu entscheiden. Heute erspähen wir durch die Fenster ein Heer von „Reserviert“-Schildchen. Zu Ostern wollen etliche bei Fernblick gemütlich speisen.

Blick vom Hotel Waldquelle in das Hummetal

Die recht steile Zufahrtsstraße auf den Lüningsberg zum Hotel am Waldrand erfordert keine besondere Motorisierung.

Für Sterne- und Talgucker wurden drei auf Stelzen stehende Holzhäuser an der unteren Laubgrenze der nebenstehenden Bäume errichtet. Im „Baumhaushotel“ lässt sich bei traumhaften Talblick bestimmt romantisch nächtigen.

Für das leibliche Wohl sorgt hier auch die gutbürgerliche Küche der „Waldquelle“.

Im Sommer schweift der Blick unverstellt von der Gartenterasse aus.

Wir genießen unseren ersten Tag der Reise, auch wenn uns weiterhin Mütze und Schal als Dresscode begleiten…

Nach einem kleinen Dogwalk in den nahe gelegenen Wald satteln wir Rosinante und reiten weiter.

Kostenlos und ruhig verbringen wir die Nacht auf dem uns bekannten Stellplatz Schützenplatz in Blomberg.

Am nächsten Morgen tauschen wir die B1 gegen die B252 und fahren bis Bad Driburg. Der dortige Stellplatz an der Therme grenzt an einen Großparkplatz und vermag nicht zu begeistern.

Doch kurz vor Diemelstadt finden wir im Ortsteil Wrexen endlich mal wieder überraschend ein nettes Stellplatz-Kleinod. An einer kleinen Anhöhe, dem Steinberg, oberhalb des Freibades wurde kürzlich ein kleines Areal aufgeschottert. Hier hat man einen schönen Blick und steht absolut ruhig.

In diesem ruhigen Naturidyll reckt sich recht unscheinbar neben dem Stellplatz die hölzerne Ankündigung zum „Freizeitpark Steinberg“ empor.

Gemeinhin ist mit so einer Bezeichnung buntes und lautes Halli-Galli verbunden. Hier erreicht man nach kurzem Anstieg und Wanderung auf einem bewaldeten Wall nach ebenso kurzem Abstieg eine natürliche Arena, von Wall und Felsen umrandet. Darin Pferdekoppel, Gemeinschaftshaus und Grillplatz. Friedlich und irgendwie verwunschen. Hier wurden bestimmt schon viele Kids mit Abenteuer und Sommerspaß versorgt, aber auf die alte ehrliche Art, ohne grelles Plastik-Gedöns.

Gemma ist ebenso begeistert und rennt wie verrückt nach ihrem Ball.

Beim ständigen Wohnmobilfahren braucht unsere kleine schwarze Perle alle paar Stunden Bewegung und geht nur allzu gerne mit uns neues entdecken. Weiter geht es durch das hessische Bergland. Viele Womos und Wohnwagen kommen uns aus Richtung Eder- und Twistestausee entgegen. Ostern nähert sich dem Ende und schickt viele wieder heimwärts.

In Frankenberg (Eder) checken wir den Stellplatz an der Ederberglandhalle bei der mittäglichen Kalorienaufnahme. Etwas verwahrlost sieht er aus. Abgestellte und unansehnliche Mobilheime belegen den hinteren Teil des Stellplatzes und der Bodeneinlass der V/E Station ist verstopft. Bei wärmenden Sonnenstrahlen machen wir uns zu Fuß auf, in die hochgelegene historische Altstadt.

Am Ober- und Untermarkt bestaunen wir die schönen alten und gut erhaltenen Häuser.

Das im 16. Jahrhundert (mehrfach) erbaute Rathaus ist ein beeindruckender Hingucker. Es soll sogar eines der ältesten Fachwerk-Rathäuser in Deutschland sein.

Eine Besonderheit sind die „Huckepackfiguren“ über den Portalen zu beiden Seiten des Gebäudes.

Wie immer ist Gemma der Kunst wenig zugetan und zeigt nicht zum ersten mal, was sie von Skulpturen hält…

Ein Frisör fügt seine Namensgebung und Ausschilderung harmonisch ins Altstadtflair ein.

Auf unserer Weiterfahrt kurven wir durchs Bergland und erreichen einen Ort der Kategorie: „Hier muss es sehr schön sein, denn wegen das Namens will man hier eigentlich nicht wohnen…“

Da müsste man mal in die Ortschronik schauen um herauszufinden, welchem Übeltäter dieser wenig einnehmende Name eingefallen ist.

In Gladenbach haben offenbar australisch inspirierte Tierfreunde in den 70er Jahren ihr Herz an Kängurus verloren und gleich ein ganzes Viertel nach ihnen benannt. Vielleicht hatten sie auch nur ein bisschen was geraucht…….

Der Aartalsee scheint dieses Wochenende auch ein „place-to-be“ zu sein und zieht besonders die Biker an sein sonnenbeschienenes Ufer.

Kurz vor Solms sehen wir schon die Burg hoch oben auf dem Hügel…

Wir entern Braunfels mit gleichnamiger Burg und lassen uns an ihrem Fuße und in ihrem Schutz zur mobilen Übernachtung nieder.

Direkt unterhalb der Burg befindet sich in einer ruhigen Sackgasse zwischen PKW und Bus-Parkplatz dieser kleine Stellplatz für 4 Womos bis 6 Meter Länge. Ausgestattet ist der nachts beleuchte Platz mit Strom, Mülleimern und einer öffentliche Toilette, die tagsüber genutzt werden kann.

Sogleich starten wir zur äußerlichen Burgbesichtigung und werden staunend in ein anderes Zeitalter versetzt, bevor wir herrlich herrschaftlich schlummern.

Am nächsten Morgen geht es weiter durch den Hochtaunus und wir halten für einen Mittagssnack in Bad Camberg am dortigen Stellplatz. Dieser wird jedoch vollständig von britischen Wohnwagengespannen belegt, so dass wir etwas abseits am Rand pausieren müssen.

Das benachbarte Idstein bietet einen eher tristen aber weiträumigen / zweckmäßigen Stellplatz mit V/E Anlage, angrenzend an den örtlichen Tennisverein.

Unser Grauwassertank findet`s hier echt schräg und behält seine edlen Tropfen für sich.

Der Aushang verweist gestreng auf das „Standgeld-Inkasso“. Entweder bringt man sein Geld zu den ausgehängten Öffnungszeiten zur Touristikinfo oder hat unverzüglich eine Überweisung von 10 Euro an die Gemeinde vorzunehmen. „Schöner Stehen“ für 10 Euro überzeugt uns hier nicht.

Anschließend brausen wir den Taunus ins Rheintal hinunter. Die B260 bei Schlangenbad (wieder so ein Spaßvogel bei der Ortsbezeichnung unterwegs gewesen) ist dermaßen steil und langgezogen, dass durch andauerndes Abbremsen unsere Bremse heißläuft und nicht mehr richtig funktioniert. Das hatten wir auch noch nicht.

Wie gut, dass unsere Automatik so einen Schalter, die „Bergabfahrhilfe“, hat. Nur zu blöd, dass wir in diesem Moment keinen Schimmer von ihrer Existenz hatten, da noch nie gebraucht. Im Nachhinein haben wir uns im Handbuch belesen, um es bis zum nächsten mal wieder beruhigt vergessen zu können.

Wir setzen in Rüdesheim über den Rhein nach Bingen und fahren weiter zum Stellplatz „Metzi`s Panoramablick“ in Ockenheim. Dort treffen wir heute unseren Freund und Bloggerkollegen Mario zum gemütlichen Nachmittags-Klönen in Campingstuhl an Sonne und Frühlingsbemühungen.

Der Stellplatz liegt inmitten von Weinbergen und bietet den Rundum-Sorglos-Service incl. Duschen zu 1 Euro je 5 Minuten.

Vor das Sitz-Klönen hat das Universum die Wanderung mit Hund gelegt und führt uns mitten durch die langsam erwachenden Weinstöcke.

Wir schwimmen auf dem Lavastrom nordwärts in die Vulkan-Eifel und unternehmen eine Kaffeefahrt mit Dusche. Weiter geht’s mit Teil 2!

Über Claudia und Volker

Wir sind Claudia, Volker und Hund Gemma vom Reiseblog UMIWO und sind als Teilzeitreisende seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da uns das Reisen sehr inspiriert, möchten wir die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus unser Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

3 Replies to “Frühlingstour 2018 Teil 1 – Fahrt durchs hessische Bergland”

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