„Mensch, Roboter!“ – Wochenendtrip ins Paderborner Land

Es geht an diesem ungewöhnlich sonnigen Samstag im November ins Paderborner Land. Wir erwandern uns die sehenswerten Externsteine im Teutoburger Wald. Anschließend geht’s nach Paderborn zum größten Computermuseum der Welt. Ein echtes Eldorado für IT-Nerds. Ob wir am Lippesee gut übernachten konnten, lest ihr in unserem Reisebericht.


 

Die Route über die Bundesstrasse 1 haben wir dieses Jahr schon häufig genommen und lenken routiniert unseren Westfalia Columbus zuerst durch das schöne Weserbergland und dann in den Teutoburger Wald.

Nur Google Maps haben wir es zu verdanken, dass wir einen spontanen Halt bei einer schönen Natur-Sehenswürdigkeit machen. Wir aktiveren häufig die Routenoption „Autobahn vermeiden“, um über Landstraßen mehr zu sehen und zu entdecken. Dieses Mal jedoch führt uns Google Maps kurz hinter dem Ort Horn von der Bundesstrasse 1 herunter. Später stellen wir fest, dass GM dies häufiger mal macht, wenn es sich um eine gut ausgebaute Kraftfahrzeugstraße handelt. Wir sind auch dieses Mal etwas verdutzt und erkennen beim Befahren der Landstraße den Wanderparkplatz am Silberbachtal, wo wir bereits zu unserer Oster-Tour in diesem Jahr für einen Kurzstopp gehalten haben. Eigentlich wollen wir ja weiter nach Paderborn…

Aber wie das so ist, schlägt uns die Google Maps Karte die Sehenswürdigkeit „Externsteine“ in nicht mal 5 Kilometer Entfernung an. Da sie schon lange auf unserer Ausflugstipps-Liste stehen, machen wir, wie so häufig, einen kleinen Abstecher zu den „Steinen“, der sich wirklich gelohnt hat.

 

Auf der Google Maps Karte gibt es neben den deutlich nördlich gelegenen Parkplatz direkt am Infozentrum Externsteine noch einen „Radfahrer-Parkplatz“. Hier führt ein knapp 2 Kilometer langer gut ausgebauter Wanderweg durch schönste Wälder zu den Steinen (s. u.). Manch ein Autofahrer muss wohl trotz Verbotsschilder aufgrund des Navis wohl auch mit dem Pkw her durchgefahren sein, was ein paar Verantwortliche zum Anbringen eines Hinweisschilds mit der Aufschrift „Auch das Navi hat nicht immer Recht“ bewogen hat.

Wir genießen die noch recht kühle Luft im Wald. 

Je näher wir den Steinen kommen, um so mehr Menschen kommen uns entgegen. Bei diesem herrlichen Sonnentag ist bei den Steinen natürlich einiges los.

Eine Besteigung der Steine (pro Erwachsene 3,50 €) sparen wir uns heute, da wir keine Lust haben, uns den wenigen Platz auf Treppen und Brückchen mit anderen zu teilen.

Nach dieser schönen Wanderung gibt’s im Bus einen kleinen Snack. Dann geht es die restlichen 25 Kilometer weiter bis nach Paderborn. 

Heute wollen wir uns im Heinz Nixdorf Museums Forum die kürzlich gestartete Sonderausstellung „Mensch, Roboter!“ anschauen. Hier befindet sich das nach eigenen Angaben größte Computermuseum der Welt. Schön, dass sogar auf dem vorlagerten Parkplatz drei Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet sind, die leider schon im Schatten lagen. Wir stellen uns etwas in den warmen Sonnenschein und machen vor dem Besuch noch eine Kaffeepause.

Etwas futuristisch sieht der Platz mit dem speziellen Brunnen und dem Hauptgebäude aus den 1980ern immer noch aus.

Wir kaufen uns die Tickets (Erwachsene je 8 €) und sind positiv überrascht über die Option des „Return-Tickets“. Alle Eintrittskarten (außer Gruppentickets) berechtigen nämlich dazu, innerhalb von 12 Monaten das „HNF“ noch einmal zu besuchen. Um dem vorweg zu greifen: Die Ausstellung hat uns so gut gefallen, dass wir das auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Auch kann sich mittels eines app-gesteuerten Multimedia-Guides durch die Ausstellung führen lassen, Wissensquiz inklusive.

Wir erreichen die erste der insgesamt drei Etagen und sind schier erschlagen von den vielen Schautafeln und Exponaten. Hier könnte man sicherlich Tage verbringen, um sich durch die Geschichte der Computertechnik zu arbeiten.

Bereits 1984 hatte Heinz Nixdorf die Vision eines E-Bikes und ließ hierzu einen Prototypen entwickeln. Leider wurde das Projekt nach seinem Tod durch den Nixdorf Vorstand nicht mehr weiter geführt.

Wir besuchen anschließend das „Fräulein vom Amt“, was bei Claudia (Beamtin) noch nicht mal gelogen ist.

Der sogenannte Selbstwähl-Ferndienst wurde für Inlandsgespräche 1972 durch solche elektromechanischen Ungetüme vollständig umgestellt. Hier kann man „kostenlose“ Inhouse-Gespräche mit alten Wählscheiben-Telefonen führen. Da kommen Kindheitserinnerungen auf!

Optisch ansprechend wird hier das das „Mooresche Gesetz“ demonstriert, welches besagt, dass „sich die Komplexität integrierter Schaltkreise mit minimalen Komponentenkosten regelmäßig verdoppelt; je nach Quelle werden 12 bis 24 Monate als Zeitraum genannt.“ Also einfach gesagt: mehr Leistung bei sinkende Kosten

Hochleistungsrechner wie der Cray wurden mit spezieller Flüssigkeit vor Überhitzung gekühlt.

Auch die „EDV“ von Robotron aus der ehemaligen DDR wird hier in allen Details präsentiert.

Beeindruckend sehen die hunderte von Taschenrechner verschiedener Jahrzehnte und Bauarten aus.

Sogar ein Rechner aus der DDR in dezenter Farbe gibt’s zu bestaunen.

Wir daddeln noch ein bisschen im Zweier-Player-Modus vorm Invaders Spielautomaten und fühlen uns fast 40 Jahre zurückversetzt…

Was ist bloß aus „Beppo“ dem Straßenkehrer geworden? Wie würde dann Momo aussehen? 

Vielleicht so oder ähnlich wie der hitchBOT? Er wollte aber leider nicht bei uns mit trampen….

Alle Roboter-Stars aus Volker’s Lieblings-SciFi-Filmen sind hier in einer Glasvitrine vereint!

Und zum Schluss wird noch mal schön „gedaddelt“….

Wir fahren auf Empfehlung einer Leserin kurz vor Einbruch der Dunkelheit zum Lippesee auf den kostenlosen Stellplatz. Ein wenig trostlos wirkt der Parkplatz schon. Wir können nicht verheimlichen, dass der Verkehrslärm der nahe gelegenen Autobahn 33 außerhalb des Fahrzeugs gut hörbar ist.

Auch trübt der Gassigang ein wenig die Freude am See, da im gesamten Bereich des Stellplatzes der Zugang durch Zäune zu den beiden flankierenden Segelclubs verhindert wird.

Aber dafür stehen wir kostenlos und nutzen den Platz nur für einen Transfer auf dem heutigen Weg nach Hause.

Uns hat der Wochenend-Trip sehr gut gefallen. Die Ausstellung im Heinz-Nixdorf-Forum ist nicht nur für Computer-Nerds etwas. Wir werden sicher durch das „Return-Ticket“ in den nächsten 12 Monaten dem Paderborner Land wieder einen Besuch abstatten.


Weiterführende Links

Heinz Nixdorf Museums Forum

kostenloser Wohnmobil Stellplatz am Heinz Nixdorf Museums Forum – bei Campercontact

kostenloser Wohnmobil Stellplatz Lippesee Nordufer – bei Campercontact

Über Volker

Ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO und als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da mich das Reisen sehr inspiriert, möchte ich meine Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit über 550 Artikeln und über 2.500 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.