Um die Ecke fängt der Urlaub an…. – Reisebericht Westfalen 2014 – Teil 1

Nicht in fremden Betten – sondern das Bett in der Fremde!

22. August 2014

Nach einem langen anstrengenden Arbeitstag den Alltag abschütteln und im nächsten Augenblick den Kopf auf Urlaub schalten…. das geht!

So ein Kastenwagen ist schnell für eine Woche gepackt, die Wohnung für die baldige Rückkehr knapp hergerichtet….dann fahren wir kleine 20 Kilometer und stehen im benachbarten Bad Nenndorf in der Dämmerung, bereit für die erste Urlaubsnacht. So voll haben wir den Platz allerdings selten erlebt und flüchten vor der lustigen Klön-Truppe an den Rand des offiziellen Stellplatz-Areals. Hier lullt uns das leise Gemurmel bald in den tiefen Schlummer und am nächsten Morgen:

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….scheint die Sonne und in schläfriger Entspannung sitzen wir gemütlich beim Frühstück….Arbeit und Alltag sind über Nacht zerbröselt und wir freuen uns auf das was vor uns liegt – eine Woche tingeln wir durchs Land, lassen uns treiben, stellen unser Bett in die Fremde und sind neugierig auf alles, was hinter der nächsten Kurve liegt. Wir folgen jedem Wegweiser der uns interessiert und halten an, wenn uns etwas Schönes ins Auge fällt.

Heute zieht es uns ins Osnabrücker Land.

Auf den Spuren von Kindheitserinnerungen (Tante Ernis großer Garten, ein Igel im Keller, grüne Daumen vom Erbsenpulen) rollen wir nach Hille, zwischen Minden und Lübbecke gelegen. Hier gibt es etwas außerhalb einen kostenlosen Stellplatz, der heute jedoch mit britischen Caravan-Gespannen vollgestellt ist und damit nicht den Wunsch weckt, uns auch noch dazu zu stellen. Ein andermal vielleicht.

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Der Mittellandkanal wird uns heute Abend wiedersehen. Jetzt grüßen wir nur kurz und rollen weiter.

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Richtung Wiehengebirge.

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Hier sollen sich früher Dinosaurier rumgetrieben haben.

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Auf Urlaub? Man weiß es nicht. Sie haben jedenfalls Eindruck hinterlassen. Das schauen wir uns an.

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Infotafeln und total lebensechte Nachbildungen führen uns zurück in die Jura-Zeit.

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Da gab`s hier noch Meer und eine Küste, an der die Dinos spazieren gingen….also doch auf Urlaub! Und viel später dann, als Erdverschiebungen ein Gebirge zusammenfalteten, wurde die Steinschicht mit den Dino-Stapfen aufgerichtet und in den 1920er Jahren, bei der Anlage eines Steinbruchs, gefunden.

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Zum Glück war ein Geologe vor Ort, der die Dellen im Stein als Dino-Fußabdrücke identifiziert hat. Man hätte sonst auch denken können, dass ein frustrierter Steinbrecher seinen Brummschädel mal ordentlich in den Stein gehauen hat 🙂

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Am Ende noch mal die Warnung vor den Jurassic-Park-Bewohnern mit Lust auf kleine zweibeinige Appetithäppchen!

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Weiter geht die Fahrt durchs Osnabrücker Land nach Melle.

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Der hiesige Stellplatz besteht aus seitlichen Parkbuchten an der Zufahrtsstraße zum Wellenfreibad. Die nahe gelegene Autobahn 30 ist nur bei Ostwind auszublenden.

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Für unsere Kaffeepause rollen wir noch 200 Meter weiter zur Festwiese, stellen unsere Stühle für 30 Minuten in den Mix aus Sonne und Wolken.

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Dann folgen wir ein Stück der Osning-Route.

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Dieses kleine Einstiegsmodell für den mobilen Camper ist besonders sparsam….an Reifen. Es hat nur 3 😉

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Traditionell werden hier persönliche Veränderungen mit landwirtschaftlichen Mitteln in Szene gesetzt….auch ohne www schnell in der community rum 😉

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Und dann erreichen wir unseren heutigen Bett-Hafen am Mittellandkanal: Getmold, Preussisch Oldendorf: Stellplatz am Möwennest.

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Ein privater kostenloser Platz für ungefähr 10 Mobile an einem kleinen Sportboot-/Yachthafen direkt am Kanal. Wir stehen mit Wasserblick und werden sofort von Heinz, dem netten Betreiber/ Besitzer in die örtlichen Gegebenheiten eingeweiht.

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Hier geht es locker freundschaftlich zu und an warmen Sommerabenden können alle nach Lust und Laune zusammen unten am Wasser sitzen, klönen, Gitarre spielen und das Wasser vorbeitreiben lassen.

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Hier haben alle den Wohnmobil und/ oder Sportboot-Virus. Strom kann man gegen eine kleine Spende zapfen. Darüber hinaus gibt`s hier nur Natur, Wetter und nette Menschen.

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Heute gibt`s allerdings auch verhaltene Temperaturen und Regen. So kuscheln sich alle in ihre Mobile und lassen das Wasser draußen….oder eben im Kanal.

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Wir lieben unser eigenes Bett. Aber wir lieben es, es umzustellen. So nehmen wir unsere 10 qm kuschelige Gewohnheit und verrücken sie einfach ein paar Meter oder Kilometer und erleben so jeden Tag was Neues, sehen viele Dinge für die wir im Alltag blind sind, kommen an Orte, die auf keiner hippen „have-to-be“-Liste verzeichnet sind und leben nach dem Lustprinzip.

Und morgen? Das sehen wir dann schon….

Im Gepäck wartet jedenfalls ein neues Test-Objekt: Landvergnügen! Wir sind gespannt!

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Kommt ihr mit auf diese (Lese-)Reise?

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO.Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

2 Replies to “Um die Ecke fängt der Urlaub an…. – Reisebericht Westfalen 2014 – Teil 1”

  1. Anja Hofmann Heggemeier

    Hallo Volker, seit 2 Stunden lese ich begeistert Deinen Blog, vorzugsweise die Berichte über den deutschen Norden. Da finde ich viel Bekanntes und bin begeistert, fragte mich warum ich an Weihnachten nicht am Dümmer war, anstatt 20 Kilometer entfernt im Haus rum zu hängen und das Fernsehprogramm zu verfluchen. Frage mich wo der neue Stellplatz in Eckernförde ist, denn dort wohnte meine Schwester 13 Jahre lang nur einen Steinwurf entfernt von dem alten grausigen Stellplatz an der Kreuzung. Zum guten Schluss nehme ich noch Deinen Westfalenblog mit und erinnere mich an die Misere mit den britischen Wowa- Gespannen die in Minden und Umgebung zu einigen Tumulten geführt haben, schmunzel über das „Möwennest“ und die Erfahrung mit Heinz, vermisse ein Bild des genialen Plateaus mit Tisch und Bänken direkt am Kanal und sehe dann mit großem Erstaunen, Ihr habt ja neben uns gestanden im Möwennest. Unverkennbar unser Ami. Schade das es mit dem Wetter nicht gepasst hat, wir hätten bestimmt viel Spass gehabt. Leider war es auch unser letzter Besuch dort, da es zu einer wenig schönen Begegnung mit anderen Mobilisten wegen unserem Zwergpudel kam. Wir sollten ihn anleinen, da er mit seinem Kumpel Elvis dort um die Wette den gesamten Rasen und die Kräuter (die ich nicht gefunden habe) „totgepullert“ hat. Die Schönheit des Platzes bleibt, wir haben es als Oase empfunden, wenn wir dort am Kanal sassen und den Schiffen nachschauen konnten. Für Womos ohne Hunde immer zu empfehlen.
    Vielen Dank für Deine/ Eure tollen Reiseberichte. Ich werde weiter lesen.
    Lg Anja

    • Volker Autor dieses Beitrags:

      Hallo Anja,
      Danke für Dein großes Lob. Da unser Aktionsradius gesundheitsgbedingt in den letzten Jahren etwas eingeschränkt war, haben wir uns stärker auf deutsche Reisegebiete konzentriert.
      Und da gibt es ne Menge zu entdecken. Das Möwennest ist wirklich nett. Wenn ihr uns mal „UMIWO“ seht (Webseite steht am Campingbus), danns sprecht uns einfach an. Liebe Grüße Volker

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