Vorstellung der katalanischen Sektkellerei Masia Can Batlle in Avinyonet de Penedès

Mittwoch, 13. März 2013

Die Sektkellerei bietet auf ihrem Gelände kostenlose Stellplätze für Wohnmobilisten mit ebenfalls kostenloser V/E. Der Einkauf in der Sektkellerei ist zwar nicht obligatorisch, jedoch sehr zu empfehlen. Einer der Geschäftsführer, Èric Enguita Albet, nimmt sich 1 Stunde Zeit für uns und zeigt uns die Kellerei. Von aussen zunächst nicht erkennbar, verbergen sich im Inneren des eher zweckmäßigen Baus, teilweise alte Mauern und vor allem der Keller einer Weinbaufamilie mit langer Tradition, der seines Compagnions. Im Eingangsbereich finden sich einige schön arrangierte Produktionsmaschinen aus dem Gewerbe Weinanbau.

image

In diesem Bereich befindet sich auch die ‚Probierstation“ 🙂

image

image

Betritt man den Nebentrakt so findet sich hier Mauerwerk, teilweise aus dem 14. Jahrhundert, aus der Zeit, als die Muslime und die Christen sich hier gegenseitig die Köpfe eingeschlagen haben. In dieser Zeit wurden hier viele christliche Kirchen zerstört. Die Weinbauern der Gegend waren so pfiffig, die dabei „frei“ werdenden Mauersteine, aber auch gotischen Torbögen für ihre eigenen Häuser weiter zu verwenden.

image

Hier befindet sich auch ein schöner Gesellschaftsraum, der nicht nur von den Familien noch immer genutzt wird, sondern auch von interessierten Gruppen für eine Veranstaltung genutzt werden kann.

image

Èric’s Vater (links im Bild) hat 40 Jahre lang in der nahe gelegenen Bosch-Produktion u. a. „Wischerlager“ für Pkws hergestellt und kramt extra für uns seine vergrabenen Deutschkenntnise hervor 🙂
Wir bekommen gezeigt und auf englisch erklärt, wie das denn nun genau funktioniert mit dem Sektherstellen. Hier wird alles noch überwiegend in Handarbeit erledigt. Sie bieten Gruppenveranstaltungen an, wo ein eigener Sekt kreiert wird, der dann in der Kellerei bis zum Ende der Reifung liegt und dann (nach ca. 1-2 Jahren) wieder abgeholt werden kann.

image

In diesem Keller lagert der Sekt, bis die Hefe ihre Arbeit getan hat. Zu der Zeit, als hier noch Wein hergestellt wurde, war so ein Raum komplett geschlossen,  rundum gefliest und stellte selbst den „Tank“ dar. Inzwischen wurden die Tanks/Räume eröffnet und Regale zur Sektlagerung angebracht.

image

Im Laufe der der Gährung bildet sich in den mit Kronkorken verschlossenen Flaschen ein Druck bis zu 7 bar.

image

Wenn die Gährzeit um ist, werden die Flaschen in besonderen Gestellen über viele Tage gedreht und immer schräger auf den Kopf gestellt, damit sich die Hefe jetzt vorne im Flaschenhals sammelt. Das wurde früher mit jeder Flasche einzeln in einem Holzsteckbrett per Hand erledigt. Heute kann man durch die o.g. Gestelle viele Flaschen auf einmal „drehen“.

image

image

Wenn die Hefe schliesslich komplett vorne am Hals liegt, wird die Flasche kopfüber in ein besonderes Rondell gestellt und der Flaschenhals schnell eingefroren, damit die Hefe in einem Stück entfernt werden kann. Zuvor muss die Flasche wegen des enormen Drucks mit einem besonderen Öffner geöffnet werden. Danach erhält sie den typischen Sektkorken und das Drahtgestell zur Sicherung. Eine limitierte Auflage erhält ein Drahtgestell aus Silber. Diese Flasche wird gerne von Sammlern (des Drahtgestells wegen) gekauft und kostet 30EUR.

image

image

Wir wissen nun auch, dass Sekt, wenn er länger gelagert werden soll, dies am besten mit dem Kronkorken tut. Denn sobald der o.e. Korken auf der Flasche sitzt, beginnt die Uhr zu ticken. Èric rät daher, einen Sekt nicht später als bis zu einem Jahr nach seiner Herstellung zu trinken, gerne natürlich früher 😉 Aber danach, kann er nur noch schlechter werden! Wir haben uns für einen sehr trockenen und einen etwas fruchtigeren, mit der Besonderheit der Zugabe einer hier nicht regional angebauten Rebesorte, der Chardonnay, entschieden und warten schon gespannt auf den besonderen Anlass innerhalb der nächsten 12 Monate, an dem wir uns diese Erinnerungsstücke schmecken lassen werden, vielleicht ja auch in Gesellschaft 😉

Auf jeden Fall ist dieser Ort perfekt geeignet als Zwischenstopp für Wohnmobilfahrer, da er verkehrsgünstig nicht weit von der Autobahn liegt. Man kann von hier aus in 20 Minuten Barcelona mit dem Zug erreichen und Èric würde einen zum Bahnhof bringen und von dort wieder abholen. Während dessen würde das eigene Womo jedoch sicher an der Kellerei stehen und das auch noch kostenfrei! In Barcelona kostet der off. Stellplatz mind. 30 € pro Nacht und die Angst vor Diebstahl/Einbruch bleibt einem doch immer im Hinterkopf.

image

Die Hofhunde der Kellerei sind allesamt liebenswert, menschenfreundlich und ruhig. Wer ein eigenes Tier mitbringt, könnte jedoch Probleme kriegen 😉
Tagsüber hört man teilweise Flugzeuge im Anflug auf Barcelona, jedoch nicht allzu laut. Nachts ist es jedoch komplett ruhig.

Prädikat: sehr zu empfehlen!!!

Seite des Anbieters: www.artcava.com

Mehr Infos zum Cava Sekt bei Wapedia

Promobil Stellplatzbeschreibung mit GPS Daten

Hier gehts zum Beginn dieses Reiseberichts!

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO.Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

Schreib uns Deine Meinung, wir freuen uns über jeden Kommentar! :)