Die Fritz-Berger-Kathedrale oder das Holiday-Clean-Massaker von Kesselsdorf

Am Morgen tröppeln unentschlossen ein paar Regentropfen auf unsere Dachfenster.

Das tut der Gemütlichkeit nach 9 Stunden Schlaf beim Frühstück jedoch keinen Abbruch. Wir holen den Blogbericht des Vortages nach und planen die Weiterfahrt.

Für potentielles Schlechtwetter hatten wir auf dem Plan, nahe Dresden einen Fritz-Berger-Campingshop aufzusuchen. Die Keile lechzen nach einer neuen Tasche – die alte hängt schon fast in Fetzen. Für das Heckbett erwägen wir einen klappbaren Plastiktritt, damit wir kleinen Zwerge nicht mehr mit einem Schlußsprung auf die Matratze hechten müssen – man wird ja nicht jünger 🙂

Der Weg führt durch die Porzellanstadt Meissen.

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Einen Stellplatz haben sie hier bis heute nicht erwogen. Also fahren wir nur durch!

An einer Baustellenampel schreit uns minutenlang dieses Werbeplakat an:

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…wir wissen unser gemütliches Zweier-Frühstück sehr zu schätzen!!

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Lässig rollen wir unserem Ziel entgegen….sogar der Ärmel von Volkers Winterjacke macht auf entspannt runterhängen 🙂

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In Kesselsdorf finden wir im Gewerbegebiet den Fritz-Berger-Shop. Hier gibt’s auch Stellplätze und eine Holiday-Clean-Station…

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…die etwas ramponiert daherkommt. Aber erst mal einkaufen!

Im Shop herrscht eine kathedralenartige Stille…man kann die Zeltheringe schnarchen, die WC-Chemie brodeln, die Campinggrills knacken und den Kassierer in seine Tastatur hacken hören.

Wir wagen es nur, zu flüstern…wer weiß, sonst springt noch die Campingdusche aus dem Regal, weil sie sich erschrickt 🙂

Der angedachte Klapptritt wiegt ungefähr eine Tonne und muss im Laden bleiben.

Beim Bezahlen fragen wir nach der Nutzung der Holiday-Clean.

Dürfen wir. Wir sollen aber unbedingt nachspülen. Das sei in letzter Zeit wohl häufiger unterblieben, weswegen es schon zu Verstopfungen gekommen sei. Selbstredent spülen wir nach; immer! Frischwasser? Funktioniert; auch wenn die Apparatur kaputt ausschaut. Dafür müssten wir dann aber 1€ dalassen…aber eigentlich könnten wir auch einfach so Wasser nehmen…

…okay….!?!

Wir entleeren die Toilette….

und drücken den Spülknopf….

und was dann folgt, ist wie in einem Alptraum, wo die Füße festkleben und man es nicht schafft fortzulaufen: …wir sehen zu, wie der Pegel des Wasser-WC-Inhalt-Gemischs steigt und steigt und steigt…in der irrigen Hoffnung, dass endlich alles abfließt oder kein Wasser mehr nachläuft….als der Rand schon erreicht ist, kommen wir endlich auf die Idee, den Deckel zuzuwerfen und zum Womo zu rennen! Noch nie haben wir eine Toiletten-Kassette so schnell verstaut! Unter Ausrufen wie: „Oh mein Gott! Schnell schnell…das läuft über! Was sollen wir denn jetzt machen? Bloß weg hier! Hilfe, der hat doch unsere Kundendaten!“ sehen wir schockiert zu, wie die Soße überläuft….hauen den Rückwärtsgang rein und verlassen fluchtartig das Gelände…bereits an der nächsten Kreuzung werden wir von irren Lachattacken und peinlichem Schuldbewußtsein geschüttelt!!

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Wir stellen fest: Entsorgen in Sachsen ist zuweilen abenteuerlich 😉

Nachdem wir uns wieder beruhigt haben, erwischen wir tatsächlich noch Teile der für 4 Stunden angekündigten Sonne.

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Dem Stellplatz in Trebsen beim Hotel Schlossblick kehren wir den Rücken mangels Internetempfang.

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Die Fahrt endet heute in Bad Düben in Nordsachen, am Obermühlenteich. Übernachten darf man hier umsonst und in der Nähe befindet sich eine Sanistation, an die wir uns aber erst morgen rantrauen 😉

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Angrenzend die Obermühle. Morgen beginnt die Mühlensaison. Heute wird schon der Steinofen angewärmt und morgen ab 10 Uhr können wir besichtigen und ab 12 Uhr frisch gebackenes Mühlenbrot kaufen…hmh lecker!

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Der obligatorische Rundgang in die Stadt führt uns durch den Kurpark zum Marktplatz mit Rathaus.

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An der Stadtkirche vorbei geht`s wieder zurück Richtung Bus.

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Noch ein Blick auf den Sonnenuntergang hinter dem Kurpark…

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bevor es heute wieder ein Zufallsrezept aus der Bordküche gibt:

mal sehen….aus Wallnußbrot vom Königstein großzügige Croutons rösten. Dann Leberkäse in kleinen Würfeln anbraten. Das gleiche mit roter Parika. Grüne Bohnen aus der Dose dazu, Feta in kleinen Würfeln und den Leberkäse auch wieder rein. Zwei Eier mit Sahne verquirlen, lecker würzen, drüber geben und stocken lassen.

Fertig ist das Fantasie-Camping-Omlette! Dazu reichlich Dornfelder aus Rheinhessen und viel Gelächter….

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO.Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

One Reply to “Die Fritz-Berger-Kathedrale oder das Holiday-Clean-Massaker von Kesselsdorf”

  1. Lisa

    Oh Gott, wenn man es so liest, dann verfolgt Euch wohl öfters die Toilette samt Geruch und Inhalt 🙂
    Aber interessant und gut zu wissen, worauf wir demnächst achten müssen.
    Mit der Höhe des Bettes werde ich wohl auch demnächst zu kämpfen haben.
    Wir waren jetzt auch für 4 Tage im Sachsenland (Seiffen im Erzgebirge), aber noch ohne unser WoMo.
    Noch einen schönen und „Abfallfreien“ Resturlaub.

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