Christmas Tour 2019 – Teil 1 – Pleiten, Pech und Pannen…

Wir nehmen euch mit auf unsere neuntägige Christmas Tour 2019 in den hohen Norden. Schleswig-Holstein und Dänemark locken mit besserem Wetter und wir kommen! Doch zuvor müssen wir einige Pleiten meistern, die unsere Tour ein wenig durcheinander bringen.


Christmas Tour 2019 oder wie aus Pleiten, Pech und Pannen ein Microabenteuer wurde

Selten bot sich für uns in den letzten Jahren die Möglichkeit, mehr als eine Woche über die Weihnachtsfeiertage mit dem Camper zu verreisen. Meist waren es ein paar Tage, da uns dann das Büro wieder zurück an den Schreibtisch rief. Doch dieses Jahr können ein paar dringenden Arbeiten „remote“ erledigt werden. Die nahezu 100%ige Digitalisierung des Arbeitsplatzes von Volker macht dies möglich, auch einmal ein paar Tage ohne Anwesenheit im Büro, wichtige Aufgaben zu erledigen. Da viele Wochen anstrengender Arbeit hinter uns lagen, freuen wir uns umso mehr auf ein paar entspannte Tage.

Doch zuvor erhält unsere Rosi noch neue Gummischuhe. Die guten Allwetterreifen „Vancontact CP“ von Continental sind nun schon gut 6 Jahre drauf und das Profil der Vorderreifen erlaubte auf jeden Fall kein Eis und Schnee. Doch auch hier gab es wieder eine kleine Hiobsbotschaft. Die beiden Alufelgen der Vorderräder weisen ein so starke Unwucht auf, dass sie nur noch mangelhaft mit entsprechenden Gewichten ausgeglichen werden können. Also bestellen wir bei unserem Reifenhändler „Peter’s Reifenservice“ gleich ansprechende neue Alufelgen, die wir im Januar erhalten sollen. Solange müssen es also noch die alten Felgen tun. Doch auch der Wechsel des Ersatzreifens fordert entsprechendes Gerät. So ist die Halterung in den letzten Jahren festgerostet und muss zuerst „abgeflext“ und danach wieder angeschweißt werden.

Sonnenaufgang am Winteranfang über dem Benther Berg. Die Tage werden wieder „länger“…

Doch dann ist endlich Wochenende und während Claudia den halben Samstag, des 21. Dezembers noch mit Vorbereiten, Packen und Räumen beschäftigt ist, unternimmt Volker einen wunderschönen langen Spaziergang mit unserer Gemma an den Feldern unseres Wohnortes im Calenberger Land. Da unsere Hündin bald wieder bei längeren Autofahrten in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, gönnen wir ihr den extra langen Auslauf am Abfahrtag.

Stellplatz Hodenhagen sogar mit Bodeneinlass

Es ist endlich geschafft und wir erreichen unseren ersten Zwischenstopp, den kostenlosen Stellplatz von Hodenhagen, der nur 50 Kilometer nördlich von Hannover liegt. Mehr Fahrtkilometer wollten wir uns dann mit einsetzender Dunkelheit nicht mehr zumuten. Hier gibt es auch eine gut ausgestattete Ver- und Entsorgungsstation, denn wir müssen noch dringend unseren leeren Wassertank befüllen. Doch wir haben leider völlig vergessen, dass hier die Wasserversorgung meistens in der Winterzeit immer abgestellt wird.

Leider Pech gehabt…

Zwar würden es die „Witterungsverhältnisse“ bei milden Tiefsttemperaturen von +5° C eigentlich zulassen, aber wir können es nicht ändern. Doch noch in der Dunkelheit weiterzufahren, um noch irgendwo Wasser zu besorgen, möchten wir heute nach dem anstrengenden Tag nicht mehr. So wird unserer 10 Liter Faltkanister aus der Heckgarage für das Brauchwasser angezapft. Eigentlich dient dieser zur Trinkwasserversorgung, welches zuvor noch durch unser mobiles Filtersystem von British Berkefeld gereinigt wird. Doch wir haben noch genügend bereits gefiltertes Wasser aus unserer heimischen Anlage zum Trinken in anderen Behältern dabei. 

Kleiner Badesee gegenüber des Stellplatzes Hodenhagen. Schöne Umrand für einen Dogwalk.

Doch die kleine Pechsträhne reißt auch am nächsten Tag erst einmal noch nicht ab. Eigentlich überprüft Claudia routinemäßig nach dem Frühstück nur ihren Rucksack und stellt fest, dass ihre Geldbörse fehlt. Da wir noch nach Dänemark einreisen wollen, sollten auf jeden Fall alle wichtige Ausweise dabei sein. Also entscheiden wir, mit unserem leeren Wassertank die Heimreise zur vermissten Geldbörse anzutreten. Nach einer Stunde hält Claudia das wichtige Utensil wieder in ihren Händen und wir machen noch einen weiteren kleinen Umweg an unser „Stamm-V/E“ in Bad Nenndorf, um endlich den Füllstand unseres Wassertanks auf 100% zu bringen. 

Unser Weihnachtsstern weist uns den Weg nach Norden

Puuuuh, das war ja dieses Mal eine wirklich schwere Geburt! Doch nun sind wir guter Dinge und cruisen endlich an Hamburg vorbei und erreichen unser heutiges Christmas Tour Tagesziel: Neumünster. Als Star Wars Fans konnten wir bereits schon am Starttag Episode 9 „Der Aufstieg Skywalkers“ in Hannover anschauen. Doch für uns hat ein Kinobesuch zu den Weihnachtsfeiertagen schon lange Tradition. So bietet uns Neumünster auf dem Weg in den Norden mit dem Cinestar eine geeignete Vorstellung und Plätze, die wir vorab online schon reservieren können. So nutzen wir nochmal die Gelegenheit den Abschluss der Skywalker-Saga zu genießen, welche uns schon seit unserer Kindheit verzaubert hat.

Ruhiges Freistehen mitten in Neumünster

Neumünster „bietet“ leider nur einen offiziellen Stellplatz vom Bad am Stadtwald an, der zwischen der stark befahrenden B430 und einer Eisenbahntrasse liegt. Zu Fuß müssten wir dann leider noch ca. 30 Minuten bis zum Kino in die Innenstadt gehen. Mit ein wenig Erfahrung finden wir dann via Google Maps einen nahezu leeren und ruhigen Parkplatz am Meßtorffweg. Direkt zwischen Schulen und verschiedenen Ämtern, die jetzt natürlich geschlossen sind, stehen wir ruhig und  erreichen das Kino in nur 5 Minuten Fußweg. Auch einige Grünanlagen, wie den Rencks-Park eignet sich hervorragend für kurze Dogwalks mit Gemma. Doch auch hier ist man nicht vor „Kuschelparkern“ gefeit. Um 5 Uhr morgens parkt dieser Mercedes ganz nah neben uns und lässt dann auch noch einige Minuten den Motor laufen. Beim Freistehen erlebt man manchmal auch diese Dinge. Doch wir sind so etwas schon öfter gewohnt und es stört uns kaum noch.

Der Filmabend im nahen Cinestar ist klasse und wird noch durch den Besuch des nahen Weihnachtsmarktes mit ein paar Snacks gekrönt. Für bieten gerade die kleineren Weihnachtsmärkte mehr Flair, die wir auf unseren Christmas Touren immer ansteuern. Es ist meist nicht zu voll und die Budenbesitzer nicht ganz so gestresst und viel freundlicher. Am nächsten Morgen, dem 23. Dezember muss Volker nun ein paar Stunden arbeiten und Claudia nutzt die Zeit ein wenig zum Shoppen von Klamotten in der örtlichen Holsten-Galerie.

Die Holsten-Galerie lockt mit schöner Weihnachtsdeko die Kundschaft zum Shoppen

Währenddessen sind einige Mitarbeiter der Stadt Neumünster damit beschäftigt, unseren Parkplatz von nassem Laub durch extrem laute Laubbläser zu befreien.

Es ist schon Mittagszeit und wir beschließen aufzubrechen. Die kommende Nacht doch wieder in freier Natur zu stehen ist verlockend. Wir wollen nicht weit fahren und steuern den großen Besucherparkplatz der Arche Warder an. Hier steht kein weiteres Auto, doch an der Einfahrt weist ein Schild unmissverständlich darauf hin, dass das Parken zum Übernachten verboten ist. Der vorgelagerte Stellplatz vom Campingplatz Brahmsee macht auf uns einen etwas verwahrlosten Eindruck. Auch die V/E Station ist mit einer Folien eingepackt. Einige Womos stehen hier.Wir sehen sogar einen Klappmülleimer (!), der vor einem Womo steht. Auch ist die Rezeption (Check-In) geschlossen und nur über eine Rufnummer erreichbar. Für 16 Euro sollte da schon etwas mehr geboten werden.

So erkunden wir bei einsetzender Dämmerung die Gegend und finden einen recht schrägen und kleinen Parkplatz am Pohlsee. Hier gibt es keine Verbotsschilder. So stellen wir uns auf unsere Keile und machen es uns gemütlich. Kurz darauf stellt sich ein PKW mit heimischen Kennzeichen zu uns. Die Fahrerin mit ihren zwei großen Hunden nutzt den hinteren Bereich der Wiese scheinbar immer zum Hundetraining und klopft laut an unsere Seitenscheibe. Laut und aggressiv teilt uns die Dame unmissverständlich mit, dass das Kampieren hier verboten sei und wir das Weite suchen sollen. Ansonsten würde Sie den Besitzer informieren, der uns dann offiziell einen Platzverweis aussprechen würde. Okay, so etwas haben wir noch nie erlebt und sind über die Situation etwas bestürzt. Aber da wir keinen Bock darauf haben, dass uns jemand dann eventuell mitten in der Nacht nochmal vertreiben möchte, suchen wir das Weite. Wir haben aber keinen  weiteren Bedarf, im Stockdunkeln weitere Plätze zu suchen. Daher fahren wir einfach wieder die paar Kilometer zurück zu unserem bereits bewährten Cityparkplatz in Neumünster und verbringen hier eine weitere ruhige und erholsame Nacht. Wir unterhalten uns über die Situation und erinnern uns an die heftigen Zustände des Freistehens rund um das Gebiet des Nordostseekanals (wir berichteten über das Freistehen bereits darüber schon vor einigen Jahren). Die Bevölkerung ist auch zu Recht in Alarmzustand und genervt von den vielen Womos, die die Gegend zuparken. Wir haben dafür Verständnis, wenn für uns auch die Begegnung ein wenig unangenehm war.

Im zweiten Teil unserer Christmas Tour 2019 geht es nun endlich ins „gelobte Land“ nach Dänemark. Wir verbringen ruhige Tage auf Römö und erkunden dann noch die Westküste im Süden Dänemarks und Nordfrieslands.

 

Über Volker

Ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO und als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da mich das Reisen sehr inspiriert, möchte ich meine Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit mehr als 600 Blogbeiträgen und über 3.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

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