Weinstraße Taubertal – Reise durch die badische Weinstraße – Teil 2

Wir verlassen nur ungerne unseren Traumplatz zwischen den Weinbergen bei Nordheim am Main. Aber die „Weinstraße Tauber“ lockt. Wir lassen uns (noch) nicht von Konsumtempeln ablenken, besuchen das sehenswerte Wertheim an Main und Tauber, fahren das liebliche Taubertal flussaufwärts, stolpern über Saurierspuren und erreichen einen sympathischen Stellplatz in Külsheim, dass mit 18 Wasserbrunnen trumpft.

Wir verbringen eine ruhige Nacht inmitten der Weinberge bei der „Panorama Plattform 360°“. Der zweite Kastenwagen, der lange nach uns in der Dunkelheit mit respektvollem Abstand ebenfalls auf dem Parkplatz Stellung bezieht, ist bevor wir unser Frühstück am nächsten Morgen beenden, wieder abgefahren.P1090263_1024_02

Volker schnappt sich morgens um 7 Uhr die neue Brigdge-Kamera und reckt sich auf der Aussichts-Plattform der aufgehenden Sonne zum Morgengruß entgegen.P1090273_1024_12

Mit 11° C ist es recht mild und der leichte Nebeldunst in den Tälern unterstreicht die schläfrige Ruhe, die noch über Tal und Weinhügeln liegt.P1090265_1024_04 P1090270_1024_09

Der heutige Tag verspricht nochmal viel Sonne und so fahren wir ein, in die „Weinstraße Taubertal“.P1090292_1024_31

An der Ausfahrt 66 (Wertheim/Lengfurt) verlassen wir die A3 und stoßen ungeplant und unverhofft auf die „Erwin Hymer World„. P1090278_1024_17

Nach einem Erkundungs- und Entsorguns-Stopp am Firmengebäude behalten wir die  28.000 m² große Ausstellung für einen Besuch an einem Schlechtwettertag im Hinterkopf. Hier werden nicht nur sämtliche Campingfahrzeuge der Erwin Hymer Gruppe ausgestellt, sondern es gibt auch einen Zubehörshop mit Movera, 3DogCamping und vielen weiteren Marken. Nachdem wir das Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee bereits im März 2015 besucht haben, werden wir dem Erwin-Hymer-Thema einen hiesigen Besuch bald hinzufügen.P1090280_1024_19

Trotz geschlossener Ausstellung, ist der kostenlose Stellplatz recht gut besucht. Die nahe gelegene Autobahn schickt heute durch günstige Windrichtung und verringerte Geschwindigeit der Fahrzeuge in einer langen Baustelle nur ein gedämpftes Rauschen herüber. Vis-a-vis können sich Schokolade-Junkies in einem Pralinenwerk mit hüftvergoldendem Naschwerk eindecken.

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Auf unserer Weiterfahrt weckt diese Ansammlung von Türmchen unser Interesse. Im angrenzenden Gewerbegebiet findet sich, fußläufig vom Stellplatz bei Erwin Hymer, das „Wertheim Village„, ein riesiges Outlet-Center das von außen amerikanisch inspiriert anmutet: Walt Disney läßt grüßen. P1090284_1024_23

Outlett-Shopping ist kein Schwerpunkt unserer Reiseunternehmungen, bietet aber an besonders verregneten Tagen trotzdem einen willkommenen Anlass, outdoor-Schnäppchen im Trockenen zu erjagen, da Landschaftsaufnahmen im Regen nunmal wenig reizvoll werden.P1090290_1024_29

Der vom Shopping berauschte und leicht zu verführende Konsument wird an der Ausfahrt des Gewerbegebiets noch einmal schwer geprüft: wer die Orientierung aufgrund des optischen Anchlags linker Hand verliert, wird unweigerlich nach rechts auf den Parkplatz von McDonald’s gelenkt, um im Kalorienrausch den letzten Rest seines rationalen Denkens am Drive-In abzugeben 😉P1090292_1024_31

Wir sind immun und unbeeindruckt und rollen weiter, durch den badischen Teil der „Weinstraße Taubertal„. P1090291_1024_30

Die Weinstraße Taubertal wurde anlässlich des 60jährigen Bestehens zur Touristenroute „Badische Weinstraße“ hinzugefügt. P1090297_1024_33

Ein kleines Stück noch am Main entlang, bis wir Wertheim erreichen.P1090300_1024_36

Für einen Besuch der Altstadt lassen wir uns von den Wegweisern zum Parkplatz P4 leiten, der auch den Wohnmobilstellplatz an der Taubermündung beinhaltet.

Am heutigen Feiertag ist hier einiges los und die Jungs von der freiwilligen Feuerwehr regeln heute als Parkwächter Ein- und Ausfahrt und erheben 1 € Parkgebühr.P1090315_1024_50

Hier bitte nicht durchfahren! 🙂
Am hinteren Teil des Parkplatzes ist der Stellplatz eingerichtet, der direkt an Tauber und Main liegt, die hier in den Main einmündet. P1090328_1024_62

Davor liegt linker Hand die V/E Station, rechter Hand eine Scater-Anlage und oberhalb schlängelt sich die Hochstraße am Fluß entlang.P1090301_1024_37

Die hochgebockte Ortsdurchfahrt verleiht diesem Ort etwas widersprüchliches. P1090305_1024_41

Einerseits stehen man traumhaft direkt am Wasser, andererseits fahren „über unsere Köpfe“ Autos mit dröhnenden Motoren in schneller Geschwindigkeit hinweg. P1090302_1024_38

Für eine kleine Mittagspause und den anschließenden Besuch der Altstadt ist dieser Haltepunkt jedoch ideal. Für größere Wohnmobile wird die Anfahrt durch die lange Passage durch den gut gefüllten, vorgelagerten, schlauchförmigen Parkplatz durchaus spannend.P1090309_1024_44

Nach üppigem Mahl aus der Bordküche geht es ein paar hundert Meter per pedes an der Tauber entlang und dann über eine Fußgängerbrücke in die übersichtliche historische Altstadt. P1090318_1024_53

P1090314_1024_49 P1090316_1024_51 Anlässlich eines 100 km Laufes zwischen Rothenburg und Wertheim herrscht heute zusätzlich ziemliches Gewusel. P1090322_1024_56

P1090324_1024_58 P1090326_1024_60 P1090320_1024_103Wir genießen den sonnigen Tag und flanieren mit einem Eis und Coffee to go durch die kopfsteingepflasterte Gassen. P1090327_1024_61

Auf dem Rückweg ist uns dieses bescheidene Camping-Off-Road-Verhikel ein Foto wert 😉P1090331_1024_65

Wir nehmen Abschied vom Trubel und verlassen Wertheim über den Ortsteil „Kreuzwertheim“, der wiederum im Bayrischen liegt und fahren die Tauber flussaufwärts. Ein schönes, in Kurven geschlängeltes, Tal verschafft nach jeder Kehre neue Ausblicke.P1090336_1024_70

In Bronnbach biegen wir rechts auf die L509 in Richtung Külsheim ab. Auf einem Parkplatz stolpern wir zufällig über einen Hinweis zu den Vätern der Dinosaurier. P1090337_1024_71

Eine Felsplatte zeigt eindrucksvoll die alten Fussabdrücke, die unglaubliche 240 Mio. Jahre alt sein sollen. P1090339_1024_73

Uns verlocken die letzten warmen Sonnenstrahlen zu einem Nachmittag im Campingstuhl und so steuern wir Külsheim an. P1090340_1024_74

Etappenziel ist der kostenlose Wohnmobilstellplatz am Schloss mit Strom und V/E auf einer Wiese. Wir sind zu dieser Stunde die Ersten und Einzigen und richten uns auf der großen Wiese ein, um in der Sonne zu chillen. P1090343_1024_77

Sogar Strom erhalten wir heute geschenkt, da ein Vorgänger die Stromsteckdose „1“ üppig, mit knapp 5 kWh gefüttert, für uns zurückgelassen hat. Erfreut machen sich unsere stromhungrigen Akkus über diese Spende her :-).P1090344_1024_78

Ein Rundgang bringt uns am späten Nachmittag zu herrlichen Obstwiesen, die kurz hinter dem Stellplatz beginnen. P1090351_1024_84 P1090350_1024_83

Der Blick in die Weinlagen bei dem Wetter ist einfach traumhaft. P1090353_1024_86

Danach erkunden wir den Ort, der sich durch 18 verschiedene Wasserbrunnen auszeichnet, die teilweise sogar im Winter in Betrieb sind.P1090355_1024_104 P1090356_1024_88 P1090359_1024_91 P1090360_1024_92 P1090361_1024_93

Das nett anzuschauende Schloss lässt sich im Burggraben umrunden, bietet viele Ausblicke in die Umgebung und beherbergt auch die örtliche Stadtverwaltung. Claudia fände es nett hier zu arbeiten, in einem Dienstzimmer ganz oben im Turm. 🙂P1090367_1024_98 P1090369_1024_100 P1090370_1024_101 P1090371_1024_106

Abends findet in der ca. 100 Meter vom Stellplatz entfernten Festhalle noch eine private Feier statt. Unser Plan B für eine Übernachtung auf dem Parkplatz der Mensa oder gar am Rande der Obstwiesen bleibt in der Schublade, denn die Musik ist nur moderat laut und wir sinken recht schnell in den Schlaf. Allein die nahe gelegene Kirchturmuhr läutet die ganze Nacht hindurch ist für uns gewöhnungsbedürftig und zuweilen schlafstörend. Warum muss man nachts alle 15 Minuten an die Uhrzeit „erinnert“ werden?

P1090366_1024_97Die Wiese ist mit uns und einem anderen Wohnmobil erfreulich „unverstopft“. Hier steht’s sich gut. Neben der Festhalle und Kirchturmuhr sollte vor einer Übernachtung bedacht werden, dass sich direkt angrenzend mehrere Schulgebäude befinden. Wer Langschläfer ist, sollte daher unter der Woche und außerhalb von Schulferien zu Ohrstöpseln greifen 🙂

Wie immer könnt ihr die gezeigten Fotos und noch einige mehr über die Diashow-Funktion in einer höheren Auflösung ansehen.

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO.Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

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