Wir rocken den Juli – UMIWO auf Konzerttour Teil 2 – Riverside in Worpswede

Es geht weiter auf Konzerttour und es ist so heiß wie noch nie in Deutschland! Doch wir sorgen nach dem Konzert für angenehme Abkühlung am Strand von Sankt-Peter Ording. Selten haben wir im Hochsommer so schön frei am Strand gestanden!


Am Tag unserer Abreise überschlägt sich die Presse mit immer höheren Überbietungen auf der Quecksilbersäule. Irgendwo bei 42,6 °C soll dann in Lingen/Ems Schluss sein (dieser Höchswert wurde dann aber später doch nicht anerkannt). Und wir haben noch einen Konzerttermin in einer Halle in Worpswede bei Bremen und nicht Open Air!

Durch die aktuelle Arbeitsbelastung im Büro (Stichwort „Urlaubsvertretungen“) schaffen wir es wieder mal nicht, bereits an den Tagen vor der Abreise, unseren Campingbus vorzubereiten. So verdichtet sich die der „Camping-Dreikampf“ – Packen, Schleppen, Einräumen – auf eines der heißesten Nachmittage im Juli 2019. Nach dem Öffnen der Schiebetür unseres Busses bestätigt der Blick auf das Innenthermometer: Es herrschen nahezu Saunatemperaturen, die selbst bei kompletter Durchlüftung des Innenraums nur knapp unter 40 ° C fallen wollen. So gestaltet sich das Einräumen unseres Columbus äußerst schweißtreibend und dient zugleich als „Abhärtung“ für das spätere Konzert. Aber dazu später mehr.

Irgendwann schaffen wir es auch, mit leicht duseligen Kopf loszufahren und erfreuen uns an den Ausströmern unserer Lüftungsdüsen im Cockpit, die uns durch die Klimaanlage auf Maximalleistung die Kühle spendende Luft entgegen pustet. Und rauf geht es auf die Autobahn und wir hoffen, dass uns die stau- und baustellenreiche Strecke von Hannover bis Bremen keinen Strich durch unseren Konzerttermin macht. Doch es läuft alles glatt und wir erreichen unseren Übernachtungsplatz in Worpswede ohne besondere Vorkommnisse. 

Das Hallenbad in Worpswede bietet auf dem Parkplatz genügend Parkraum, um dort für eine Nacht kostenlos zu stehen. Selbstredend, dass wir auf solchen Parkplätzen kein klassisches Camping machen. Ausschließlich wegen der Hitze öffnen wir heute die Schiebetür und Seitenfenster. Die Temperaturen bewegen sich im Innenraum immer noch bei unangenehmen 30° C, trotz Schattenparkens. Nach dem Abendessen beschließen wir, dass nur ich zum Konzert gehen werde, damit Gemma im geschlossenen Bus nicht den Hitzetod sterben muss. 

Die gut 1 Kilometer Fußstrecke absolviere ich in 15 Minuten und merke dabei die Anstrengung des lange und heißen Tages. Und jetzt noch gut 3 Stunden in der Music Hall stehen? Wir sind halt keine 20 mehr! Und tatsächlich ist es noch etwas wärmer im Konzertsaal, wo schon die holländische Band „lesoir“ den Laden sprichwörtlich anheizt.

Ich genehmige mir eine eiskalte Bio-Apfelschorle und habe selten ein so erfrischendes Getränk getrunken. In der Umbaupause rücke ich ohne Ellbogen nur 3 Meter bis zum Bühnenrand vor. Fast das gesamte Publikum hat sich nämlich aufgrund der Hitze in den Innenhof begeben. So kann ich mir den strategisch besten Punkt für das Konzert aussuchen, auch wenn ich nun hier drinnen ausharren muss.

Dann geht es endlich los und die polnische Progressive Rock Band Riverside präsentiert viele Songs aus ihrem aktuellem Album „Wasteland“. 

Und gegen 23 Uhr ist dann nach 2 Stunden Schluss und ich trete glücklich, zufrieden und erschöpft den Heimweg bei nun angenehmeren Temperaturen an. Doch zu früh gefreut! Als ich die Schiebetür im Bus öffne, geht es nochmal auf 29 Grad hoch. Doch nach einer Ganzkörperwäsche und neuen Schlafklamotten fühle ich mich auch schon viel frischer. 


Konzertreview: Wümme-Zeitung


Die Nacht ist kurz, doch wir haben sehr ruhig geschlafen. Da ich heute noch für meinen Arbeitgeber an einigen wichtige Online-Telefonkonferenzen teilnehmen muss, fahren wir zügig von Worpswede bis nach Wischhafen und parken dort auf dem Fährhafen vorgelagerten Stellplatz im Schatten. Der Internetempfang ist gut, so dass der Mobilfunkrouter mit der Außenantenne für das Notebook beste Arbeitsbedingungen bereitstellt. Nach 3 Stunden ist die Arbeit erledigt und wir reihen uns in die Fahrzeugschlange vor der Fähre ein. 

Selbst während der Fahrt und bei frischer Brise auf der Elbe ist es im Auto sehr warm. Doch die Temperaturen sinken Stück für Stück je näher wir uns der Halbinsel von Eiderstedt nähern. SPO, wir kommen! Schon 12 Jahre ist es nun her, als wir das erste mal in Sankt-Peter Ording gecampt haben, sogar noch mit dem Wohnwagen auf einem Campingplatz. Aber der weite Strand bei Böhl hat uns bereits beim ersten mal fasziniert.

Vorschrift muss sein!

Und so ist es auch heute wieder: Kaum haben wir die „Stellplatzgebühr“ in Höhe von 12 Euro (6 € fürs Womo + je 3 € pro Person Kurtaxe) am Kassenhäuschen bezahlt, erblicken wir den Strand und die Stelzenhäuschen. Und das „SPO-Feeling“ ist sofort wieder da! Diese Weite, diese Aussicht wenn Himmel und Strand sich irgendwo am Horizont berühren. Einfach nur klasse!

Der erste Strandspaziergang am Abend ist dann auch der schönste! Diese Farben, das Wasser, unser Hund, der im flachen Wasser mit dem Ball spielt. 

Pferde reiten durchs Wasser in den Sonnenuntergang. Es könnte eigentlich nicht kitschiger sein! Aber es ist sehr beruhigend und erholsam.

Alles wie immer eine Frage der Perspektive…

So verbringen wir hier 3 Tage mit Strandspaziergänge, Chillen, Sonnen und auch noch ein wenig Arbeiten für den Arbeitgeber. 

Da im Ort sämtliche Stell- und Campingplätze extrem voll sind, fahren wir jeden Abend rund 15 Minuten in die Nähe vom Eidersperrweg und stehen dort frei auf einem schönen und ruhigen begrünten Parkplatz gegenüber eines Spielplatzes ohne Internetempfang.

Aber auch der Strand wird am Samstag nun so voll und der Wind entwickelt sich zum Sturm, so dass wir genug sandgestrahlt sind.

So entscheiden wir heute, wieder südlich zu ziehen und noch eine Nacht im Kreis Dithmarschen zu verbringen.

Wir erreichen den momentan aufgegebenen Fähranleger bei Brunsbüttel an der Elbmündung.

Hier könnten wir zwar im Wartebereich der Fahrzeuge stehen, was bereits schon ein paar andere Womos machen, aber wir entscheiden uns für den etwas abseits hinter Büschen gelegenen Schotterparkplatz direkt bei den Schafen am Deich.

Ein nette Familie aus dem Kreis Pforzheim spricht uns an, da sie einen Korkenzieher benötigen. Wir kommen ins Gespräch und lotsen sie mit ihrem gut erhalten 1993er Karmann Alkoven noch neben uns. Idyllisch und ruhig haben wir hier am Deich geschlafen.

Doch nun heißt es leider von der Küste Abschied nehmen und die staureiche Strecke durch Hamburg nach Hause anzutreten. Es war eine zuerst erstmal anstrengende Konzerttour, deren Strapazen sich aber durch die sommerliche Nordseeküste wieder aufgelöst haben. Wir kommen bald wieder ins geliebte Schleswig-Holstein. Und mindestens zwei weitere Konzerte stehen dieses Jahr auch noch an. Mehr darüber in den nächsten Postings. Zu unserem 1. Teil unser Konzerttour im Juli geht hier.

Über Volker

Ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO und als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da mich das Reisen sehr inspiriert, möchte ich meine Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit über 550 Artikeln und über 2.500 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

2 Replies to “Wir rocken den Juli – UMIWO auf Konzerttour Teil 2 – Riverside in Worpswede”

    • Volker Autor dieses Beitrags:

      Ja, in WW haben wir auch schon häufig gerockt. Ray haben wir 2017 in Hildesheim gesehen. Er tourt im Prinzip permanent durch Deutschland. Schauen ihn diesen November in der Isernhagener Blues Garage. Quasi ein Katzensprung von uns entfernt. Schau mal in unsere Kategorie Veranstaltungen und Konzerte. Da gibt es noch ne Menge Berichte.

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