Von Camping-Pionieren, Pollenfluch und einem Stern in der Dieselsuppe

Gut ausgeschlafen auf dem Stellplatz Bad Waldsee beginnen wir den Tag mit….. naja…. Sonne 🙂 Wir können uns ja schon fast nichts anderes mehr vorstellen! Der kommende Samstag verspricht da ein regelrechter Wetterschock für uns zu werden….also denken wir gar nicht bis dahin sondern stürzen uns in diesen herrlichen Tag 😉

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Nachdem wir an der gut konzipierten V/E-Anlage unsere „Morgentoilette“ erledigt haben, fahren wir das kurze Stück zum Erwin-Hymer-Museum, nur 3 km vom Stellplatz entfernt in einem Gewerbegebiet.

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Bereits auf dem Weg dorthin passieren wir diverse Gebäude mit dem blauen typischen Hymer-Logo, in denen Fertigung, Ersatzteile und Service untergebracht sind . Man könnte eigentlich Bad Waldsee auch in „Erwin-Hymer-Town“ umbenennen 😉

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Wie wir später im Museum erfahren, war Herr Hymer stets sehr engagiert für das Gemeinwohl der Stadt Bad Waldsee. Seinen Lebenstraum, eines Museums zur Entwicklung und Historie des Campings, konnte er sich zwei Jahre vor seinem Tod hier erfüllen.

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Auf dem üppigen Parkplatz finden wir noch eine Parklücke. 😉

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Die Vierbeiner müssen draußen warten, werden aber „camping-gerecht“ auf einem eigenen Stellplatz „geparkt“ 😀

Und dann tauchen wir ein, in die Geschichte!

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Angefangen von den Pionieren in England und Amerika….

P1130526(um 1900, britisches Pferde-Caravaning )

….über die prägenden Entwickler und Bastler in Deutschland, beginnend mit den 30er und 40er Jahren.

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Unglaublich gut erhaltene Exponate vermitteln sofort das Lebensgefühl der damaligen Zeit und wir sehen uns sofort, mit einem Käfer und kleinem Wohnwagen im Schlepptau in den Süden gereist zu sein!

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(1953, Dethleffs Globetrotter)

 

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(1953, Sportberger Land-YachtL6)

Frei nach Heinrich Hauser: „Wir würden unsere Heimat kennen lernen wie nie zuvor und vielleicht auch fremde Länder, und immer würden wir unsere vier Wände und das Feuer unseres eigenen Herdes bei uns haben.“  „Reisen und gleichzeitig zu Hause bleiben, das war das scheinbar unmögliche Verlangen, das mich umhertrieb.“ (Heinricht Hauser, Fahrten und Abenteuer im Wohnwagen, 1935) Diese Leitsätze sprechen uns absolut aus der Seele!!!

Nicht nur die „Lust“ zu Reisen trieb die Entwicklung von Wohnwägen in den 30er Jahren voran,….auch der Umstand, dass man als unverheiratetes Paar damals kein Hotelzimmer bekommen konnte, war ein Nährboden für die Entwicklung von „rollenden Hotelzimmern“, zum Beispiel das weit bekannte „Dübener Ei“.

Rosis Mutterhaus Westfalia baute in den 50er Jahren die in Deutschland meistverkauften Wohnwägen und war auch im Ausland mit seinen pfiffigen Details sehr erfolgreich. Man beachte die praktische WC-Tonne 😉

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Für eine wohlhabende Käuferschicht gab es 1959 das Reisemobil de Luxe von Mikafa aus Minden für unglaubliche 42.000 DM, mit einer Sonnenterrasse auf dem Dach!

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Der Ur-Typ des Eriba Troll wurde 1957 erbaut.

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Der Hymer Caravano von 1961 auf Basis eines Borgwards musste nach Fertigung von nur 3 Fahrzeugen wieder eingestellt werden, als Borgward Konkurs anmelden musste. Für Hymer war das Thema Reisemobile damit für zunächst 10 erst mal erledigt.

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Dieser Volkswagen T1 als Eigenausbau von 1956 ist ein echtes Hippie-Mobil, niemals restauriert, aber immer, teils mit einfachsten Mitteln, repariert und: fahrbereit !!

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ER wurde viel durch Indien beweg – Wir schauen auch mal schnell vorbei. 🙂

5091161946110_2Der Eigenbau von Matthias Bogasch (1986, DDR) erinnert uns an eine Mischung aus James-Bond-Film und Schneewittchensarg 🙂

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Bevor wir nach Marokko reisen…

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…nehmen wir ein Erfrischungsgetränk im modern und angenehm gestalteten Restaurant „Caravano“ im Erdgeschoss.

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In Nord-Amerika …

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(Airstream)

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…dürfen wir so tun als ob….

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…wir dabei gewesen wären 🙂

Manche Ideen von früher könnten durchaus in heutigen Grundrissen wieder eingeführt werden; so wie diese Sitzbadewanne 😀

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Auch wenn die Inneneinrichtung so manches Reisemobils in Farb- und Stoffauswahl in der heutigen Zeit nur schwer erträglich ist, so sind Konzepte des Innenausbaus oder die äußerer Anmutung häufig überraschend zeitlos oder gar „kultig“.

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(Dethleffs GlobetrotterCD-S, 1986)

Dann surfen wir noch am Atlantik…

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…und fahren in der Gondel durch Venedig 🙂

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Die imaginären Beweisfotos unserer Reisen können wir am Ende der Ausstellung in einem besonderen Raum betrachten, bevor wir sie als Postkarte am Ausgang für 3 Euro ausdrucken lassen und am kommenden Tag online kostenfrei herunterladen dürfen.

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Wir werfen noch einen Blick auf die Veranstaltungsräume…

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…bevor wir erfüllt von all dieser Campinghistorie wieder in den Tag hinaus purzeln und

der Nase eine kurze Allergie-Pause gönnen: der Pollenfluch des Frühjahrs!!

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Für ALLE, die sich auch nur in irgendeiner Form für das Thema Camping erwärmen können oder die Freude an historischen Pkws (als Zugfahrzeuge für Wohnwägen) haben, ist diese Ausstellung absolut sehenswert!!! Ein tolles Erlebnis, das uns in unserem Hobby bestärkt hat: Eine große Community die weltumspannend „zuhause reisen“ will – wir sind gerne mit dabei!!!

Den Nachmittagskuchen haben wir bereits im Gepäck, als wir aufbrechen Richtung Schwaighausen.

Den Stellplatz in Bad Wurzach nehmen wir noch kurz in den Blick…

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…bevor kurze Zeit später auf dem Hof von Evi und Hans das Allgäu-Mobil unserer Rosi einen herzlicher Empfang bereitet 🙂

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Jetzt ist sie der einzige Stern in der Dieselsuppe vom Boxer! Süß!! 😀

Auch wir werden herzlichst empfangen und starten sogleich zum gemütlich Kuchen-Klatsch!

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Bis es kühl wird, plauschen und lachen wir. Dann wartet auf uns Bordküche und Blog und auf Evi und Hans noch Hofarbeit.

Wir parken neben dem Wohnhaus, dürfen Strom zapfen und hauen gut gelaunt in die Tastatur. So lustig-herzliche Menschen sind für uns immer eine Reise wert!!! Danke Erwin für den tollen Vormittag und Evi und Hans für den herzlichen Nachmittag! Alles gerne so wieder 🙂

Über Volker

Hi, ich bin Volker vom Reiseblog UMIWO!Ich bin als Teilzeitreisender seit 2005 mit dem Wohnmobil in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Ich verbinde meine Internetaffinität mit meiner Leidenschaft, zusammen mit meiner Ehefrau mit dem Wohnmobil in Europa zu reisen. Da uns diese Reisen sehr inspirieren, möchte ich die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus mein Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele.Mit über 400 Artikeln und mehreren Hundert Fans auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO.de ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

2 Replies to “Von Camping-Pionieren, Pollenfluch und einem Stern in der Dieselsuppe”

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