Unser Christmas-WOMO-Trip 2018 – Windige Weihnacht‘ im Wurster Land

Für uns ist Weihnachten unterwegs im Womo die ultimative Art, Feiertage zu verbringen! Abseits aller üblichen Verpflichtungen nutzen wir die stillen Tage zum gemütlichen Erholen im Campingbus und versuchen so oft wie möglich mit dem Hund draußen zu sein. 2018 geht es in die Region „Land Wursten“ und zum“Nassen Dreieck„, hoch im Norden zwischen Verden (Aller), Bremerhaven und Cuxhaven. Ein toller Roadtrip mit weiten Ausblicken auf das Wattenmeer der Nordsee und einem traumhaften Sonnenuntergang zu Heiligabend.


 

Die Zielregion für den Christmas-WOMO-Trip 2018 ist wie immer bis kurz vor Abreise offen. Schon zwei Wochen vor dem Start beginnen wir, die einschlägigen Wetterportale zu checken. Wo soll es am wenigsten regnen oder wo können ein paar seltene Sonnenstrahlen erhascht werden? Schnee wäre natürlich auch nicht schlecht, aber unser Reiseradius ist aufgrund der Anzahl der freien Tage nun mal begrenzt und so scheiden Alpen oder Erzgebirge aus. Trocken, sonnig und um die Ecke soll es sein – minimale Strecke bei maximaler Entspannung.

Christmas-WOMO-Trip 2017: Thüringen flussaufwärts entlang der Saale

Schließlich beschließen wir, Weihnachten 2018 im schönen Wurster Land zu verbringen. Schon häufiger haben wir ein paar Ausflüge in diese Region unternommen und uns die Nordseebrise um die Nasen wehen lassen. Für dieses Jahr können wir noch gut ein paar Deiche und Watt gebrauchen.

Einen Tag vor Heiligabend starten wir durch, nachdem wir den Samstag zum Ausspannen und Vorkochen, Backen und Packen genutzt haben. Das Wetter verspricht ohnehin erst am 24.12. trockener zu werden. Eine längere Regenpause am Sonntag reicht zum Beladen, bevor wir auf dem Weg Richtung Norden den trocken gelegten Wassertank frisch befüllen . Der letzte Trip liegt bereits 4 Wochen zurück. Uns erscheint es wie eine Ewigkeit.

Der Wohnmobilstellplatz in Steimbke am Waldbad bietet sich für die Wasseraufnahme gut an. Erschrocken stellen wir fest, dass beim letzten Entleeren des Wassertanks nicht sämtliches Wasser den Weg nach draußen gefunden hat. Ein Ventil muss während der letzten Heimfahrt wieder zurückgeschnappt sein, so dass noch Restwasser in den Leitungen verblieben ist. Hat uns der leichte Frost vor ein paar Wochen womöglich einen Schaden hinterlassen? Auf die Schnelle finden wir keine Leckage oder feuchte Stellen. Hoffen wir mal, dass dieser Weihnachtsausflug nicht schnell wieder beendet ist!

In Verden an der Aller gießt es in Strömen. Da drängt sich der für uns zu Weihnachten traditionelle Kinobesuch auf, um dem schlechten Wetter zu entkommen. Fußläufig sprinten wir im kurzfristig gnädigen Nieselregen zum kommunalen Kino „Cine City“ und wählen mangels ansprechender Alternativen zum Wetter passend den Blockbuster „Aquaman“.

Die Film ist so lang, dass der Regen endlich eine Pause einlegt, als wir aus dem Kino purzeln. Flott setzen wir den Bus zum nur knapp 500 Meter entfernten Reisemobilstellplatz um. Der gehört in die Kategorie „Verweilen nur mit Keilen“ und bietet uns ein Plätzchen für 6 Euro. Jetzt soll Gemma endlich auf ihre Kosten kommen und wir stiefeln am Ufer der Aller entlang bis zur Innenstadt.

Dort treffen wir am überschaubaren Weihnachtsmarkt auf wetter- und trinkfeste Glühwein-Connaisseure in der leer gefegten Einkaufspassage, die sich an den wenigen Buden aufwärmen. Das Kinderkarussel steht still und beschallt vermeintlich taube Nachbarn und die Stadt, während der „KJ“ (Karusseljockey) auf eine Hand gestützt, den Schlaf der Gerechten in seiner Einmannbude schläft.

Wir hatten den Weihnachtsmarkt größer in Erinnerung. Aber vielleicht haben sich auch schon einige Büdchen in den eigenen Weihnachtsurlaub davongemacht,

Nach einer erholsamen Nacht beginnen wir die nächste Etappe ans Meer bei schönstem Sonnenschein.

Im Vergleich zur Großstadt sind die Mengen an Einkaufswütigen geradezu lächerlich und so wagen wir uns an einen Discounter heran und besorgen noch ein paar Lebensmittel. Derweil posieren die Weihnachtswichtel zum Zeitvertreib im Cockpit .

Kurz vor Ottersberg rasten wir auf dem Parkplatz der Freien Rudolf-Steiner-Schule, direkt am Nordarm der Wümme und gönnen uns und Hund eine kleine Wanderung am Fluß und in herrlicher Landschaft.

Wie immer hat uns die App Maps.me in minutenschnelle diesen schönen Rundkurs finden lassen. Der ruhige Parkplatz wäre sicherlich auch für eine Übernachtung am Wochenende oder in den Ferien gut geeignet.

Nicht nur Gemma ist vollauf begeistert.

Anschließend machen wir über die Autobahn 27 etwas Strecke, um endlich an der Küste anzukommen.

Endlich am Meer! Außerhalb der Saison sind Stell- und Campingplatz am Kutterhafen von Spieka-Neufeld nicht in Betrieb. Auch alle Büdchen und das Restaurant wurden abtransportiert, da das Gebiet nicht sicher vor Sturmfluten ist. Das heutige Hochwasser steht, auch durch die unermüdliche Auflandbrise, beim vorderen Parkplatz gerade mal einen knappen Meter unterhalb der Stellfläche.

Vor dem traditionellen Heiligabend-Spaziergang, serviert das „Bio-Bordrestaurant“ Kartoffelsalat, Lammbratwurst und Blätterteigstrudel mit Fenchel/ Hack.

Dann schenkt uns die Natur einen bezaubernden Sonnenuntergang, während wir am Vordeich entlang wandern.

Brav leinen wir den Hund an, sammeln wie immer die Kackhäufchen ein und wir halten uns auch an das Gebot der sauberen Füße!

Auf dem Rückweg spendiert uns die Küste eine kleine, feine Dusche. So wie ausgeschildert. Also eilen wir schnellen Schrittes zum vorgewärmten Womo. Ein warmer Fußboden, heißer Tee und leckere selbst gebackene Kekse helfen, die nassen Hosen wieder zu trocknen.

Wir trockene Flachländler sind vom Wasserstand im Siel bei Flut und auflandigem Wind beeindruckt und parken zur Nacht auf die „höchste Erhebung“ um.

Da gibt es auch den schönsten Ausblick auf das Meer. Während der Saison residieren hier mobile Imbissbuden. Irgendwie sind wir das ja auch – wenn man sich mal die Vorräte anschaut, die wir mitführen ;-)

So schön und einsam mit herrlichen Blick auf die Natur kann man in Deutschland auch mal stehen. Außerhalb der Saison und bei eher mistigem Wetter ;-D

Doch bevor wir den Unmut von Wächtern über Recht und Ordnung auf uns ziehen, räumen wir am nächsten Morgen das Feld. Denn außerhalb der Saison hat man hier, auch wegen Überflutungsgefahren, nicht zu Stehen. Inzwischen wurde der einst kultige Stellplatz von Knaus als „Reisemobilhafen“ übernommen. Schluss mit Geheimtipp.

  

Unser Weg führt nach Cuxhaven / Duhnen. Der Stellplatz rockt heute für uns gar nicht. Der Charme der Hochhäuser in grauer Wolkensuppe lässt die Weihnachtsstimmung auf den Nullpunkt sinken. Auch wenn die Strandkörbe Weihnachtsmützen tragen und an vielen Kreuzungen geschmückte Weihnachtsbäume grüßen, ziehen wir weiter.

Auf der „Platte“ am Fährhafen „Alte Liebe“ ist es erwartungsgemäß gut gefüllt. Die begehrte 1. Reihe mit Blick auf die Pötte ausgebucht.

Der „Zweitwagen“ logiert mit auf der Parzelle, damit man Besorgungen erledigen kann, ohne den „Platz an der Sonne“ zu verlieren. Wir verspeisen ein Mittagessen, machen „Whalewatching“ und zotteln dann weiter.

Heute ist uns wieder nicht danach, eingekeilt zwischen großen weißen Wohnmobilen durch einen schmalen Korridor aufs Wasser zu stieren. Großstadt-Camping.

Wir düsen landeinwärts mit dem Ziel Stellplatz „Vörder See“ in Bremervörde. Hier sind ca. 15 der insgesamt 40 Stellplätze belegt. Na gut, dass geht gerade noch so. Wir kennen die Gegend gut und wissen, dass es sich hier angenehm ruhig und nett übernachten lässt. 

Der rund 4 Kilometer lange Rundweg um den See bringt frische Luft für uns und jede Menge Schnüffel-News für Gemma.

Kleinstädtisch nett grüßen wir uns mit den flanierenden Einwohnern mit dem typischen „Moin“. Entspannte Idylle entschädigt uns für die Tristesse in Cuxhaven.

Die gute Laune ist zurück und so tanken wir für 3 € pauschal Landstrom und freuen uns über den aktuell ermäßigten Wintertarif von 6,50 € (anstelle 9,50 €) pro Nacht. Kurz noch nett klönen mit dem Platzwart, dann mummeln wir uns bei aufkommender Dämmerung ins  Womo.

Unbarmherzige Arbeitgeber zwingen uns zu einer kurzen Tripunterbrechnung zwischen Weihnachten und Silvester für 2 Tage in unsere Jobs zurück, so dass wir am nächsten Morgen durch eine eklig nasse Waschküche zurück nach Hause swutschen. Es war ein toller Womo-Weihnachtstrip, auch wenn gerade bei schlechtem und dunklem Wetter das Womo gar nicht groß genug sein kann. Aber wer will da jammern, wenn das treue Gefährt reisebereit direkt neben der Haustür parkt? NIEMAND!!!

Nächstes Wochenende startet der letzte Roadtrip 2018 „Böllerfrei mit dem Womo ins neue Jahr!

Unsere liebe Gemmi ist ein echter Silvester-Schreckhase! Also suchen wir den einsamsten und entlegensten Ort, an dem man hoffentlich kein Piff und Paff hören kann. Bis dahin schlängeln wir hoffentlich weiter um alle Erkältungsbazillen drum herum und sind fit für die Mission. Gemma wird derweil schon mal mit Bachblüten gechillt.

Schaffen wir es dieses mal? Wir sind selbst gespannt! Habt alle einen guten Rutsch in 2019! Und denkt an die Tiere!!!

Über Claudia und Volker

Wir sind Claudia, Volker und Hund Gemma vom Reiseblog UMIWO und sind als Teilzeitreisende seit 2005 mit dem Campingbus in Europa unterwegs. UMIWO versorgt Campingbegeisterte mit Reise- und Testberichten auf unterhaltsame, humorvolle und authentische Weise. Da uns das Reisen sehr inspiriert, möchten wir die Erlebnisse, Eindrücke und Emotionen in diesem Blog ausdrücken und so den “Spirit” mit anderen teilen. Feedback, Kommentare und Live-Kontakte bereichern darüber hinaus unser Wissen, Entwicklungsmöglichkeiten und setzen Anreize für künftige Ziele. Mit über 500 Artikeln und über 2.000 Followern auf diversen sozialen Plattformen ist UMIWO ein in der deutschsprachigen Blogosphäre bereits seit 2010 geführter Blog.

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